Video: „The Hoff“ beschwört sich selbst

München - Obwohl seine Reality-Soap gerade nach nur zwei Folgen in den USA abgesetzt wurde, verkauft sich der ehemalige Knight Rider David Hasselhoff in München glänzend.

Am Auto erkennt man, wie die Zeit vergangen ist. Früher raste David Hasselhoff im super-coolen Wahnsinnsschlitten K.I.T.T. durch die TV-Serie Knight Rider. Heute kommt er im trägen VW-Familienvan mit Schiebetür an. Doch Hasselhoff gibt sich alle Mühe, die Spuren der Zeit vergessen zu machen. Als er vor dem Deutschen Theater in München ankommt, wo er im Februar auftreten wird, knipst er sprichwörtlich sein Lächeln an und behält es, bis auch das letzte Foto geschossen ist. Sein Hemd ist betont offen, seine Augen blitzen, seine Hände machen alle paar Sekunden eine andere Geste – perfekte Posen für Werbung in eigener Sache.

Die hat der 58-Jährige auch dringend nötig. Gerade ist seine groß angekündigte Realitysoap The Hasselhoffs in Amerika abgesetzt worden. Nur zwei Folgen strahlte der Sender A+E aus, dann schickte er Hasselhoff wieder ins Off. Der Grund: Statt ein Millionenpublikum lockte die Sendung mit David als alleinerziehenden Vater gerade mal 500 000 Zuschauer vor den Bildschirm. Die bereits abgedrehten Folgen verschwinden ungesehen im Archiv.

Ein Flop, der aber keiner ist, wenn man David Hasselhoff glauben will. „Die Leute wollen uns nicht sehen, weil wir zu gut sind! Yeah, wir sind keine Freaks, die sich Obszönitäten an den Kopf werfen. Nein, wir sind eine ganz normale Familie, das ist wohl langweilig“, sagte er im Gespräch mit der tz lässig am Tisch sitzend. Eine ganz normale Familie, bei der die Tochter ihren Vater filmt, während er volltrunken auf dem Boden liegt und versucht einen Cheeseburger zu essen? So geschehen 2007, als das kompromittierende Video plötzlich im Internet auftauchte. „Ach, mittlerweile lachen wir darüber. Meine Töchter sagen immer: ,Daddy, we love you‘, und dann ist alles gut. Das Leben ist ein Geschenk, hey, es geht weiter.“

Was sich anhört wie aus einem Positiv-Denken-Seminar, ist bei Hasselhoff Programm. Er ist sich sicher, dass die Sendung The Hasselhoffs noch ein Knaller wird. „Es haben bereits viele andere Sender angerufen. Und auch Deutschland hat Interesse. Ihr werdet es hier sehen, hundertprozentig!“ Er glaubt fest daran und setzt sogar noch eins drauf: „Es wird so erfolgreich werden wie Baywatch.“

Überhaupt Baywatch – The Hoff, wie er sich selbst nennt, hat durch die sonnige Rettungsschwimmer-Serie immer noch die meisten Fans im deutschsprachigen Raum. „Selbst bei meinen Autogrammstunden in Österreich kamen die Kids mit roten Rettungsbojen. Ich dachte erst, sie machen sich über mich lustig. Nein, Tausende von Kids jubelten mir zu. Ganz ehrlich, das macht mich demütig.“ Sagt Hasselhoff und fasst sich theatralisch ans Herz.

Viel von diesem perfekten Entertainment werden die Münchner im Februar erleben können. Dann will er das Deutsche Theater rocken, zusammen mit seinen Töchtern ­Taylor Ann und Hayley, die sich Bella Vida nennen. „Das Publikum wird eine verdammt gute Zeit haben. Jeder wird rausgehen und lachen.“ Und mitsingen bei seinem größten Hit Looking for Freedom, bei dem er damals beim Mauerfall in Berlin „die Menschen zu Tränen rührte“. Ach David, wie die Zeit vergeht.

Maria Zsolnay

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