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Er beeindruckte mit seinem unermüdlichen Einsatz und Hilfsbereitschaft: Karlheinz Böhm.

Trauriger Abschied

Trauer um Karlheinz Böhm: "Unermüdlicher Kämpfer"

München - Trotz des hohen Alters trifft die Nachricht vom Tod Karlheinz Böhms unerwartet ein. Viele Menschen, die Böhm zu Lebzeiten beeindruckt hatte, müssen nun Abschied nehmen.

Der Tod Karlheinz Böhms hat auch unter Politikern seiner österreichischen Heimat Betroffenheit ausgelöst. In zahlreichen Erklärungen wurde sein humanitärer Einsatz gewürdigt. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bezeichnete Böhm am Freitag als „Vorbild in Sachen Menschlichkeit, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein“. Der Schauspieler und Entwicklungshelfer war Donnerstagabend im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Grödig bei Salzburg gestorben.

„Mit Karlheinz Böhm verlieren Österreich, Europa und die Welt eine Persönlichkeit, die sich Jahrzehnte hindurch mit aller Kraft für den afrikanischen Kontinent und die Verbesserung der Lebensumstände seiner Menschen, insbesonders in Äthiopien, eingesetzt hat“, sagte Bundespräsident Heinz Fischer.

Karlheinz Böhm: Stationen seines Lebens

Karlheinz Böhm: Stationen seines Lebens

Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) hob hervor: „Sein Glaube an das Gute im Menschen war unerschütterlich.“ Böhm habe seine Popularität für Millionen von Menschen eingesetzt, so Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ).

Geburtsort Darmstadt in Trauer

Karlheinz Böhms Geburtsstadt Darmstadt hat den gestorbenen Schauspieler und Gründer der Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“ für dessen humanitären Einsatz gewürdigt. „Darmstadt und die Welt verlieren einen unermüdlichen Kämpfer für eine gerechtere Welt“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Freitag. Böhm habe mit seiner Hilfsorganisation „zahlreichen Menschen in Afrika ein besseres und menschenwürdiges Leben ermöglicht.“ Er war am 16. März 1928 als einziger Sohn des Dirigenten Karl Böhm und der Sopranistin Thea Linhard in Darmstadt geboren worden.

"Großer Humanist"

Der äthiopische Schriftsteller und Wissenschaftler Solomon Gomes hat Karlheinz Böhm als einen großen Humanisten gewürdigt. „Er hat Äthiopien mit seiner Organisation geholfen, als kein anderes Land bereit war zu helfen, sagte der Autor am Freitag in Addis Abeba der Nachrichtenagentur dpa. Böhm habe einen missionarischen Eifer gehabt zu helfen. Wer ihn kannte, werde sich noch lange an ihn erinnern. „Er war ein guter Mann... ein außergewöhnlicher Mensch unter den Weißen.“ Böhms Taten seien ein Zeichen gewesen gegen die übliche Rhetorik des Westens, so der Schriftsteller.

Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur und Vorsitzender der Grünhelme, hat den Schauspieler und Entwicklungshelfer Karlheinz Böhm für dessen Lebenswerk ebenfalls gewürdigt: „Karlheinz Böhm war bis an sein Lebensende ein unbestechlicher Humanitärer“, sagte Neudeck am Freitag dem Deutschlandradio Kultur.

Einsatz gegen Waffenexporte

„Er war einer der stärksten politischen Agenten in der Bundesrepublik, die wir auch heute brauchen würden, der gegen den Waffenexport von Europa nach Afrika eingeschritten ist“, sagte Neudeck. „Wenn wir das beherzigt hätten, was Karlheinz Böhm mehrmals immer wieder bei seinen Auftritten gesagt hätte, dann ständen wir im Moment zu Beispiel nicht im Südsudan in einer Katastrophe, weil da wieder so viele Waffen in ein Land gekommen sind.“

Trotz Meinungsverschiedenheiten verband Neudeck und Böhm eine langjährige Freundschaft. „Wir waren unglaublich unterschiedlich in Bezug auf die Arbeit vor Ort. Ich war immer misstrauisch gegenüber Regierungen, zumal wenn es Diktaturen sind.“ Böhm habe sich aus seiner Sicht zu schnell an die Machthaber „rangeschmissen“. Sie hätten sich darüber häufig gestritten, ohne dass Freundschaft und Kooperation je auseinandergegangen seien.

dpa

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