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Die deutsche Musikgruppe "Trio" mit Stephan Remmler (l-r), Peter Behrens und Kralle Krawinkel feierte in den frühen 1980er-Jahren

Mit 66 Jahren

Trio-Gitarrist "Kralle" Krawinkel gestorben

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München - Mit ihrem Anti-Liebeslied "Da Da Da" wurden Trio zum Aushängeschild der Neuen Deutschen Welle der 1980er-Jahre. Jetzt starb ihr Gitarrist "Kralle" Krawinkel - mit nur 66 Jahren.

Die Homepage von Stephan Remmler ist in Schwarz gehüllt. Auf dem Schwarz-Weiß-Foto reckt die Silhouette von Gert Franz Alexander Krawinkel, genannt "Kralle", ihre Gitarre triumphierend in die Luft. Darunter steht nüchtern "1947 - 2014". So hat der ehemalige Sänger der Neue-Deutsche-Welle-Kultband Trio am Dienstag den Tod seines Ex-Kollegen bekanntgegeben. Der Musiker starb am Sonntag im Alter von 66 Jahren, wie Musikmanager George Glueck „Focus Online“ und der Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die Witwe des Musikers am Dienstag bestätigte.

Seitdem trudeln pausenlos die Beileidsbekundungen der Fans auf Remmlers Website ein. "Für immer unvergessen ! Ruhe in Frieden" ist dort zu lesen, und "Danke für die geile Zeit!" Für viele ist Krawinkel zusammen mit Remmler und dem Schlagzeuger Peter Behrens der "Held ihrer Jugend". Der Wilhelmshavener hatte schon vor dem 1979 gegründeten Trio in verschiedenen Bands gespielt. Mit "Da Da Da" (aus dem ebenfalls "Trio" genannten Debüt-Album) wurden die drei 1982 über Nacht berühmt. Das minimalistische Stück mit dem monotonen Gesang und dem Billig-Casio-Synthi-Sound verkaufte sich weltweit über 13 Millionen Mal, kletterte auf Platz 2 der deutschen Charts und hielt sich dort geschlagene 27 Wochen. In Österreich und der Schweiz setzte sich der dadaistische Ohrwurm, dessen Text alle Liebeslieder Lügen straft ("Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht"), sogar an die Spitze der Hitparaden. Selbst in England kam die eigens in die Landessprache übersetzte Version auf Platz 2.

Die Hits "Anna – lassmichrein lassmichraus" und "Herz ist Trumpf" (vom Nachfolger-Album "Bye Bye") sowie "Bum Bum" fuhren auf der gleichen musikalischen Schiene und platzierten sich hierzulande ebenfalls in den Top 10. Im Nachhinein klingt der Albumtitel wie ein Omen, denn nach dem Flop des nächsten Albums namens "What's the Password?", löste sich die Band auf - nur vier Jahre nach ihrem Überraschungserfolg.

Krawinkel versuchte sich im Anschluss auch als Solokünstler und nahm 1993 das Album „Kralle“ auf. Doch ein weiterer Hit war ihm verwehrt, eine Reunion der Band in den 90ern misslang angeblich wegen kreativen Differenzen der Mitglieder. Später lebte Krawinkel laut Remmlers Internetseite in Spanien, wo er sich im Haus auch ein Tonstudio eingerichtet hatte.

hn/dpa

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