"Trumps Blitzkrieg" - Schotten kämpfen gegen Golfplatz

London - Vielleicht dachte Donald Trump, dass Schotten besonders auf Geld erpicht sind. Vielleicht dachte er auch einfach nur an die wunderschöne Landschaft, an ein künftiges Riesengeschäft oder an seine schottische Mutter.

Aber an einen dermaßen erbitterten Kampf dachte der New Yorker Immobilienmogul wohl nicht, als er den Schotten seine Pläne unterbreitete: Den größten Golfplatz der Welt will er bauen, an den Dünen der schottischen Nordostküste, für 1,4 Milliarden Euro. Seit dieses Angebot steht, hängt in Schottland der Haussegen schief. Umweltschützer kämpfen gegen Politiker, Gemeinderäte gegen die schottische Regierung und Geschäftsleute gegen Anwohner. Nun droht der US-Milliardär entnervt auszusteigen.

Dabei klang in seinen Ohren alles so idyllisch: Mit zwei Golfplätzen, einem Luxushotel und 1500 Wohnungen wollte er nahe des Örtchens Balmedie Reichen eine Rückzugsmöglichkeit bieten. Trumps Trumpf sind die Millioneninvestitionen, die er dem Land verspricht. Mehr als 2000 Arbeitsplätze will er schaffen. Welcher Lokalpolitiker würde ihm da nicht den roten Teppich ausrollen?

Doch die Verwaltung der Grafschaft Aberdeenshire machte dem 61- Jährigen Ende November einen Strich durch die Rechnung. Der Ausschuss für Infrastruktur lehnte das Projekt in der sensiblen Öko-Landschaft mit einer Stimme Mehrheit überraschend ab. Der Ausschussvorsitzende Martin Ford, der gegen den Golfplatz stimmte, wurde erst beleidigt und beschimpft und vergangene Woche kurzerhand gefeuert. "Es sieht ganz so aus, als ob das Mobbing-Verhalten der Trump Organisation und der schottischen Regierung Ford den Job gekostet hat", sagte der Grünen-Abgeordnete Patrick Harvie.

Gegenwind bekommt Trump unter anderem von der Umweltgruppe "Nachhaltiges Schottland", die die Luxuspläne für das Grundstück namens Menie Estate verhindern wollen. In ihrem Manifest ist von "Trumps Blitzkrieg" die Rede, und das Motto lautet "Menie Not Money". Und da ist noch Michael Forbes - der Held von Balmedie, wie er genannt wird - der sein Grundstück mitten auf dem gefragten Anwesen um nichts in der Welt verkaufen will. Auch nicht für die halbe Million, die ihm Trump bereits geboten hat. "Niemals. Niemals an Trump", sagte er auf die Frage, ob er verkaufen würde. Man sollte Häuser für junge Menschen bauen, nicht für Reiche, findet er.

Nun hat die schottische Regierung um Ministerpräsident Alex Salmond das Projekt Golfplatz zur Chefsache erklärt und auf nationale Ebene gehoben. Freilich nicht ohne neue Streitigkeiten zu provozieren. Die Opposition wittert "Filz", denn die Regierung versprach sich der Sache anzunehmen - genau einen Tag, nachdem Trumps Leute mit Salmond eine private Unterredung in einem Luxushotel hatten.

Während sich die Schotten die Köpfe heißreden, reiben sich die Nordiren schon die Hände, denn Trump droht, seinen Golfplatz in Nordirland zu bauen. Regierungschef Ian Paisley verkündete nach einem Gespräch mit dem Milliardär in New York: "Wir begrüßen natürlich jeden, der bei uns Jobs schaffen, Geld machen und unsere Tourismusindustrie ankurbeln will."

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