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Trauer um Dieter Pfaff: Der beliebte Schauspieler starb im Alter von 65 Jahren.

TV-Star erlag Krebsleiden

Dieter Pfaff war "von einzigartiger Präsenz"

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Hamburg - Der Schauspieler Dieter Pfaff ist tot. Der TV-Star erlag seinem schweren Krebsleiden. Noch vor vier Wochen hatte der 65-Jährige ein Comeback vor der Kamera angekündigt.

Dieter Pfaff starb am Dienstagmorgen im Kreis seiner Familie. Seine Agentin Sibylle Flöter bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Bild"- Zeitung.

Unbestätigt blieben bislang Berichte, denen zufolge Pfaff an den Folgen des Lungenkrebs starb, der bei ihm im Herbst 2012 diagnostiziert wurde.

Dieter Pfaff, geboren 1947 in Dortmund, zählte seit vielen Jahren zu den renommiertesten Schauspielern Deutschlands, er überzeugte unter anderem in der ZDF-Krimireihe „Sperling“ und war im Ersten außer als "Bloch" auch als „Der Dicke“ zu sehen. Noch vor vier Wochen hatte der 65-Jährige angekündigt, bald wieder vor der Kamera für die fünfte Staffel der ARD-Serie stehen zu wollen. Er arbeite hart daran, schnell wieder gesund zu werden. In den letzten Tagen hatte er sich aber erneut in einer Lungenklinik behandeln lassen.

Dieter Pfaff - ein Schauspieler "mit viel Herz und Verstand"

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor würdigte den Schauspieler am Mittwoch als „wahrhaftig, beharrlich, einfühlsam und von einzigartiger Präsenz.“ Und weiter: "Dieter Pfaff war der ARD und dem NDR eng verbunden. Mit seinem Tod verliert das deutsche Fernsehen eine wichtige Persönlichkeit. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie." Als "Der Dicke" habe sich Pfaff „mit viel Herz und Verstand um die Probleme der Menschen“ gekümmert. Er habe den wohlbeleibten Rechtsanwalt Dr. Gregor Ehrenberg als einen Mann gespielt, „der sich einmischt, wo andere wegsehen, der Werte lebt wie Mitmenschlichkeit und Toleranz, mit aller Schlitzohrigkeit, die einen erfolgreichen Anwalt ausmacht“, so Marmor.

Das ZDF würdigte den 65-Jährigen als „ganz großen Schauspieler“. „Dieter Pfaff war ein Volksschauspieler erster Güte, das Publikum und wir werden ihn sehr vermissen“, teilte ZDF-Fernsehspielchef Reinhold Elschot am Mittwoch in Mainz mit. Sein letzter Film für das Zweite sei der Start der neuen Reihe über den Krimiautor „Balthasar Berg“ gewesen. Die Folge „Sylt sehen und sterben“ wurde im November ausgestrahlt. „Für dieses Jahr hatten wir weitere Dreharbeiten mit ihm geplant“, berichtete Elschot.

Pfaff lebte mit seiner Frau und seinen Kindern in Generationen-WG

Nach einem abgebrochenen Lehramtsstudium hatte Pfaff zunächst als Dramaturg, Autor und Regisseur beim Theater gearbeitet. Als ihm der endgültige Durchbruch gelang, war er fast 50 Jahre alt.  Den Menschenversteher hat Pfaff in vielen Rollen verkörpert - sich aber auch im realen Leben als Unicef-Sonderbotschafter gegen den Einsatz von Kindersoldaten engagiert. Es war seine Glaubwürdigkeit, die die Zuschauer an dem Mimen mit Leibesfülle und Bildschirmpräsenz schätzten.

Dieter Pfaff im Interview mit dem Münchner Merkur (Juni 2012)

Regisseur Pfaff erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 1996 bekam er für seine Rolle als Kriminaloberrat Vollmer in der Serie „Balko“ den Adolf-Grimme-Preis, 1997 erhielt er den Grimme-Preis noch einmal für „Bruder Esel“. Zudem wurde Pfaff unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis und der „Goldene Kamera“ geehrt. Zahlreiche Fans kommentierten die Todesnachricht auch im sozialen Netzwerk Facebook: „Einer der besten deutschen Schauspieler“ oder „Danke für viele schöne Fernsehmomente“, schrieben sie.

Pfaff nannte sich selbst gern „Märchenonkel für Erwachsene“, erzählte seine Geschichten aber fast nur in seinen Filmen - in Talkshows sah man ihn selten („Ein Schauspieler braucht immer ein Geheimnis“). So hielt er es auch mit seinem Privatleben. Mit seiner Frau, den erwachsenen Zwillingen und deren Familien lebte er bis zuletzt in einer Generationen-WG unter einem Dach.

Fernsehsender ändern das Programm: Pfaff-Wiederholungen

Der WDR zeigt am heutigen Mittwochabend anlässlich des Todes von Dieter Pfaff um 22.15 Uhr die Wiederholung „Bloch - Tod eines Freundes“. Der NDR wird nach eigenen Angaben am Mittwoch um 22 Uhr erneut eine „Heimatgeschichte: Das Erbe von Greetsiel“ ausstrahlen. Am Donnerstagabend um 22 Uhr können die Fernsehzuschauer Pfaff noch einmal in „Unser Pappa - Herzenswünsche“ sehen.

Das ZDF erinnert am Donnerstag um 00.45 Uhr mit „Sperling und die Katze in der Falle“ an den beliebten Schauspieler und am Freitag um 23.30 Uhr mit der Krimikomödie „Balthasar Berg - Sylt sehen und sterben“. Freitag in der Nacht gibt es im NDR eine Wiederholung von „Inas Nacht“ und „Talkshow Classics“ mit Pfaff. Die ARD will am Donnerstag statt „Donna Leon“ zwei Folgen der Serie „Der Dicke“ ausstrahlen.

Das Erste wird zudem am nächsten Mittwoch, 13. März, mit „Das Labyrinth“ eine neue Folge der beliebten Serie „Bloch“ zeigen, in der Pfaff einen Psychotherapeuten verkörperte.

js/dpa

TV-Star Dieter Pfaff ist tot: Bilder seiner Karriere

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