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Schauspieler Sebastian Münster wurde durch TV-Serien wie "Die Camper" bekannt.

Vergewaltigung und Raub? TV-Star vor Gericht

Bonn - Wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und schweren Raubes muss sich TV-Star Sebastian Münster seit Montag vor  Gericht verantworten. Einen Teil der Vorwürfe gab er nun zu.

Der durch TV-Serien wie “Die Camper“ bekanntgewordene 38-Jährige gab zum Prozessauftakt zu, im Mai 2009 einer Prostituierten Geld und Drogen gestohlen zu haben. 

Laut Staatsanwaltschaft hatte Münster die Frau zuvor fast bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, als sie sich weigerte, sich zu entkleiden. Außerdem soll der Schauspieler im Dezember 2001 unter Drogeneinfluss eine 18-Jährige und deren Mutter vergewaltigt haben.

Münster sagte aus, zwischen 1996 und 2002 sowie zwischen 2006 und 2009 regelmäßig Kokain und Crack konsumiert zu haben. “Es war manchmal so viel, dass Junkies, die ich kennenlernte, sagten: ,Whoa, machen Sie mal langsam.'“, erklärte der Schauspieler. Meist habe er solange Nachschub gekauft, bis das Tageslimit der EC-Karte ausgeschöpft gewesen sei. Noch heute habe er rund 9.000 Euro Schulden bei der Sparkasse.

Mit Blick auf die Prostituierte sagte Münster, er habe die Frau eingeladen, mit ihm Drogen zu konsumieren. Dann sei ein Streit ausgebrochen, weil die Frau immer wieder den Ort habe wechseln wollen. Um sie am Schreien zu hindern, habe er ihr den Mund zugehalten, sie aber nicht bewusst gewürgt. “Der Gedanke, dass ich auf Droge mit einer schreienden Prostituierten im Gebüsch entdeckt werde, hat mir Angst gemacht“, sagte Münster. Vor der Befragung der Prostituierten schloss das Gericht die Öffentlichkeit am Montag aus.

Zu den Vorwürfen, er habe eine damals 18-Jährige und ihre Mutter vergewaltigt, wurde Münster vor Gericht noch nicht im Detail befragt. Laut Staatsanwaltschaft hat er die Tat jedoch bereits weitgehend gestanden. Nach Angaben der Ermittler soll er der jungen Frau am 27. Dezember 2001 in ihrer Wohnung aufgelauert und sie nach ihrer Rückkehr von einem Diskobesuch mit Reizgas besprüht und mit Handschellen gefesselt haben, ebenso wie die später hinzugekommene Mutter. Danach habe er beide zu sexuellen Handlungen gezwungen. Zudem habe er zwischen 800 und 1.400 Euro Bargeld gestohlen.

Erst ein DNA-Test nach der Tat im Mai 2009 brachte die Fahnder auf die richtige Spur in dem jahrelang ungeklärten Fall. Polizisten verhafteten den Schauspieler schließlich im Oktober vergangenen Jahres nach einer Vorstellung im Hessischen Staatstheater in Wiesbaden in seiner Garderobe. Nun drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

ap

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