TV-Kabine oder Center Court?

- New York - Nach seinem grandiosen Comeback auf der ATP-Tour träumt Tennis-Altstar John McEnroe von einer Rückkehr auf den heiligen Rasen von Wimbledon oder von einem Heimspiel in Flushing Meadows - doch entschieden hat sich der 47-Jährige noch nicht. Bei den Grand-Slam-Turnieren ist McEnroe auch als Fernseh-Kommentator im Einsatz, und deshalb plagen ihn jetzt Zweifel: TV-Kabine oder Center Court? "Es ist schwer, nach fünf Stunden aus einer Kommentatorenkabine zu klettern und in 20 Minuten fit auf dem Tennisplatz zu stehen", sagte der frühere Weltranglisten-Erste.

Es sei ein Glück für ihn, den Job beim Fernsehen bekommen zu haben, und deshalb "will ich das richtig und korrekt machen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich genug Ausdauer habe, um beides zu machen", sagte der Amerikaner. McEnroe kennt das Risiko, wenn er in Wimbledon oder bei den US Open im Doppel antreten würde: "Ich glaube schon, ich könnte gewinnen - aber ich könnte auch in der ersten Runde verlieren." Neun Mal hat der New Yorker bei einem der vier GrandSlam-Turniere das Doppel-Finale gewonnen; 1992 sagte er "Good Bye" und beendete seine aktive Karriere.

14 Jahre später gelang dem in Wiesbaden geborenen Exzentriker ein grandioses Comeback: Beim ATP-Turnier in San Jose feierte McEnroe am 19. Februar - drei Tage nach seinem 47. Geburtstag - an der Seite des Schweden Jonas Björkman seinen 78. Turniersieg im Doppel. Das mit einer Wildcard gestartete Duo besiegte im Endspiel des mit 355 000 Dollar dotierten Hartplatz-Turniers in Kalifornien die Amerikaner Paul Goldstein/Jim Thomas 7:6 (7:2), 4:6, 10:7 im so genannten Champions Tiebreak. Das "Enfant terrible", das sich im Duett mit dem 14 Jahre jüngeren Schweden sichtlich wohl fühlte, hat damit in vier Jahrzehnten Doppel-Titel gewonnen - dazu 77 Titel im Einzel.

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