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Peter Fox rockt mit seinem Soloalbum Stadtaffe ganz Deutschland 

Peter Fox: Großes Kino im Zenith

Peter Fox verwandelt am Dienstag das Münchner Zenith in den Planeten der Stadtaffen. Die Konzert-Kritik vom Münchner Merkur:

Großes Kino, anders kann man nicht nennen, was Peter Fox da im restlos ausverkauften Münchner Zenith zeigte. Immerhin beschreibt Fox seine Musik selber als „Filmmusik zum Tanzen“ und das ist kein hohler Marketing-Spruch – er trifft es sehr genau.
Da hat sich einer vorher sehr genau überlegt, was er machen will und es dann beeindruckend umgesetzt.
Fox hat ein durchdachtes Konzept, das er live ebenso stringent verfolgt, wie in seinen Studioaufnahmen, Videospots und sogar seinem Internetauftritt. So erklärt sich wohl die Euphorie, die der 37-Jährige auslöst.
Das Publikum kann etwas mit dem Kerl anfangen, der vom Großstadtleben erzählt, alltäglichen Frustrationen und dem Traum von einem besseren Leben. Und gerade weil es so hochprofessionell aufgeführt wird, nimmt man es ihm ab. Fox hat Humor und Ironie, aber er nimmt die Arbeit, der er nachgeht auch ernst. Ein altmodischer Ansatz im Grunde, aber er ist dabei moderner als jeder andere deutsche Künstler seiner Generation. Auch wenn sich Fox betont lässig gibt (als Berliner hat man schließlich einen Ruf zu verlieren) ist er disziplinierter Teil des Teams, der sich bis zur letzten Zugabe synchron mit seinen Musikern bewegt und weiß, wann er eine kurze Tanzeinlage hat.
Mit raffiniert minimalistischen Videoinstallationen und durchgehender, präzise choreographierter Aktion auf der Bühne entwickelt das Konzert einen Sog, dem man sich beim besten Willen nicht entziehen kann.
Fox gibt kein Rockkonzert, er führt in Wahrheit eine Art Variétéprogramm vor und das makellos. Die Fans quittieren es mit ekstatischem Massentanz – denn Fox hat sich clever bedient bei den Klängen zu denen in den Clubs getanzt wird und baut geschickt arabisch angehauchte Melismen, südslawische Rhythmen, legeren Reggae-Sound und gelegentlich Hommagen an Klassiker wie Led Zeppelin ein. Mit einem Wort: Spektakulär.

Zoran Gojic

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