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Gerard Depardieus Freundschaft zu Wladimir Putin ist der Ukraine suspekt.

Franzose steht auf "schwarzer Liste"

Ukraine: TV-, Radio- und Filmverbot gegen Depardieu

Kiew - Das ukrainische Kulturministerium hat am Samstag 13 russische Künstler, unter ihnen den französischen Filmstar und Wahlrussen Gérard Depardieu, auf eine schwarze Liste gesetzt.

Kiew schätzt die 13 als "Bedrohung für die nationale Sicherheit" ein, weil sie Moskau-freundlich seien. Deshalb dürfen sie künftig in der Ukraine weder im Fernsehen noch im Radio noch im Kino zu sehen oder zu hören sein.

Die Lizenzen für die Filme, in denen die Künstler zu sehen sind, werden demnächst von der zuständigen ukrainischen Agentur eingezogen, wie die Ministeriumssprecherin Daryna Gluschtschenko der Nachrichtenagentur AFP sagte. Das Verbot gilt auch für Filme aus der Sowjetzeit, in denen der russische Schauspieler, Sänger und Fernsehmoderator Michail Bojarski mitspielt. Die rechte ukrainische Regierung wirft ihm vor, einen offenen Brief unterzeichnet zu haben, in dem die Eingliederung der Schwarzmeerhalbinsel Krim in die Russische Föderation im März 2014 unterstützt wird.

Ein weiterer Künstler, der unter das Verbot fällt, ist der populäre Sänger und Abgeordnete Jossif Kobson, in Russland der "Frank Sinatra der UdSSR" genannt. Der 77-Jährige ist bereits von Strafmaßnahmen der Europäischen Union wie Reisebeschränkungen und Kontoeinfrierungen betroffen, die im Februar verhängt wurden. Bei den meisten anderen russischen Künstlern handelt es sich ebenfalls um Schauspieler und Sänger. Kiew beschuldigt sie unter anderem, die bewaffneten Rebellen in der Ostukraine zu unterstützen, die dort gegen die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten ultrarechten Einheiten kämpfen.

Ende Juli hatte die Regierung in Kiew Depardieu bereits zur unerwünschten Person erklärt und mit einem fünfjährigen Einreiseverbot verhängt - offenbar aus Verärgerung über seine prorussischen Stellungnahmen. Der 66-jährige Star ist der ukrainischen Führung wegen seines freundschaftlichen Verhältnisses zum russischen Präsidenten Wladimir Putin ohnehin suspekt. Aus Ärger über die hohen französischen Steuern war Depardieu Ende 2012 zunächst nach Belgien umgezogen. 2013 nahm er die russische Staatsbürgerschaft an, die ihm Putin persönlich angeboten hatte. Seine Steuererklärung soll der Schauspieler im vergangenen Jahr in der russischen Teilrepublik Mordowien abgegeben haben, wo er offiziell gemeldet ist.

AFP

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