"Und die ganze Welt kann mich gernhaben"

- Viel wurde bereits gemunkelt, jetzt kam es an den Tag: Der Vertrag von Karl Moik, Erfinder des "Musikantenstadl" und seit fast 25 Jahren sein Moderator, soll nach dem Willen von ORF und ARD nicht mehr verlängert werden (wir berichteten). Die Silvesterausgabe der beliebten Volksmusiksendung soll die letzte des 67-jährigen Österreichers sein. Denn das Angebot, im März 2006 das 25. Jubiläum der Sendung zu moderieren, hat Moik ausgeschlagen.

Wie und wann haben Sie erfahren, dass Ihr Vertrag nicht verlängert wird?Moik: Ich bin am Dienstag in Salzburg im Goldenen Hirschen zum Mittagessen mit den Unterhaltungschefs des BR, Thomas Jansing, und des ORF, Edgar Böhm, eingeladen worden. Es war zunächst ein normales Gespräch, aber an der Gestik und Art konnte ich ablesen, dass da etwas kommt. Nachdem man in der letzten Zeit schon lesen konnte, der Moik sei zu alt, die Sendung zu teuer, und nachdem die Sender darauf nicht reagiert haben, wusste ich, es kann nur eine Absage der Vertragsverlängerung kommen.Sie kritisierten bereits die Art und Weise Ihrer "Abhalfterung". Welches Vorgehen hätten Sie sich gewünscht?Moik: Nun, es kommt auf den Stil an. Nach 25 Jahren der Zusammenarbeit, die ja sehr erfolgreich war, hätte ich erwartet, dass mir die erste Garnitur der Sender die Entscheidung mitteilt und nicht die dritte, die Unterhaltungschefs. Das hat mich ein bisserl gestört. Auch das Argument, die Sendung sei zu teuer. Wir haben schließlich auch nicht mit goldenen Kameras gearbeitet. Das wirtschaftliche System dahinter soll nicht mehr gestimmt haben - und das, obwohl wir beim letzten "Musikantenstadl" aus Bozen fast sechs Millionen Zuschauer hatten.Hätten Sie sich denn zu einem kostengünstigeren Konzept überreden lassen?Moik: Ach, das muss doch die Wirtschaftsabteilung wissen. Aber dort hat man sich für die Sendung einfach nicht mehr interessiert. Mit tut das Publikum leid und auch meine Crew. Da entstanden auch menschliche Bindungen. Aber darauf nimmt jetzt niemand Rücksicht. Es ist bedauerlich, dass niemand den Mut hatte zu sagen, ich sei zu alt. Es ist ja eigentlich ein ganz normaler Ablauf, dass ein Vertrag nicht mehr verlängert wird.Haben Sie bereits etwas über einen Nachfolger erfahren?Moik: Ob man mit dem Stadl weitermachen will - mir ist nichts gesagt worden. Das haben die Herren vor Wochen und Monaten ausgemacht.Es gibt Gerüchte, Stefan Mross solle Ihnen nachfolgen. Würde es Sie schmerzen, nach alledem Ihren musikalischen Ziehsohn an Ihrer Stelle zu sehen?Moik: Es würde mich nicht schmerzen, noch mich sonst berühren. Es interessiert mich nicht mehr. Aber mich ärgert, dass ich meine Rechte an meiner Erfindung des "Musikantenstadl" nicht habe schützen lassen. Da war ich damals zu naiv. Deshalb ist es mir jetzt schnurzegal, was nach mir passiert.Man hat Ihnen angeboten, im nächsten Jahr die Sendung zum 25-Jährigen zu moderieren. Sie lehnten mit dem Hinweis auf die Peinlichkeit bisheriger Jubiläumssendungen ab. Was haben Sie befürchtet?Moik: Ach wissen Sie, ich habe zwei Jubiläen mitgemacht. Da wurden Geschenke verteilt, die vorher in der Ausstattung hergestellt wurden . . . Ich selbst habe eine Plastikkuh bekommen und wusste nicht, wo ich sie hingeben sollte . . . Ich möchte mir das ersparen. Ich möchte mich mit einer ganz normalen Silvestersendung verabschieden und keine einzige Dankesrede hören.Wie hatten Sie sich beruflich die nächsten Jahre vorgestellt?Moik: Ich habe in den vergangenen zehn Jahren meinen Vertrag immer nur noch um zwei Jahre verlängert. Und ich hatte Lust, das jetzt wieder zu tun. Wir hatten ja Erfolg!Haben Sie neue Pläne geschmiedet, etwa wieder verstärkt zu musizieren?Moik: Jetzt mache ich erst einmal sechs Wochen Urlaub. Genieße Heim und Garten. Und die ganze Welt kann mich gernhaben. Dann mache ich die letzten drei Sendungen. Und dann werden wir sehen, was sich anbietet. Vorläufig sehe ich keine Notwendigkeit, mich darum zu kümmern.Das Interview führte Christine Diller.

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