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Der US-Künstler  Ellsworth Kelly (92) ist tot.

"Hard Edge"

US-Maler Ellsworth Kelly mit 92 gestorben

New York - Nur ein paar Farben, ganz klare Linien und alles auf einer schlichten Leinwand - und das soll Kunst sein? War es und Ellsworth Kelly hat so geholfen, „Hard Edge“ zu schaffen.

Ellsworth Kelly, einer der einflussreichten Künstler der vergangenen Jahrzehnte, ist tot. Der Maler und Bildhauer starb nach Angaben seiner Galerie Matthew Marks vom Montag am Sonntag in seinem Haus in Spencertown bei New York. Er wurde 92 Jahre alt.

Kelly hatte nach dem Krieg die Kunst Europas studiert und war in Paris als unbekannter Nachwuchsmaler mit großen Künstlern des 20. Jahrhunderts zusammengekommen. Zurück zu Hause versuchte er, die farbenfrohe europäische mit der unkonventionellen amerikanischen Kunst zu verbinden. Im Gegensatz zu der damals vorherrschenden Kunst wollte er aber klare Linien auf der schlichten Leinwand.

Kelly galt so als einer der Hauptvertreter des sogenannten Hard Edge: abstrakte Darstellungen mit klaren Linien und wenigen, stark akzentuierten Farben, die sich nicht vermischen. „Ich habe mich gefragt: Kann ich ein Bild machen, einfach mit fünf Feldern in einer Reihe, jeweils mit einer Farbe darin?“, sagte er einmal der „New York Times“. „Ich mochte das, aber ich dachte, die Welt nicht. Die Leute würden sagen: Das ist nicht genug.“ Doch die Sorge war grundlos: Kelly wurde zu einem der gefragtesten Künstler, und einige seiner Werke wurden für Millionen verkauft.

Kelly arbeitete auch als Bildhauer. Am bekanntesten sind seine Säulen, die an Totempfähle erinnern. Ein Exemplar steht in der Botschaft der USA in Berlin.

Im Jahr 2000 hatte Kelly den Praemium Imperiale erhalten, eine der weltweit höchsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Kunst. Wenn er in den letzten Jahren öffentlich auftrat oder Galerien besuchte, hatte er ein Wägelchen mit einer Sauerstoffflasche hinter sich hergezogen. Er arbeitete aber bis zum Schluss in seinem Atelier in Spencertown, zwei Autostunden nördlich von New York.

dpa

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