US-Magier Blaine im "Plastik-Gefängnis" wird Londoner Attraktion

- London - Mit seinem neuesten Stunt in einem Kasten in luftiger Höhe über dem Londoner Themse-Ufer hat US-Magier David Blaine (30) Bewunderung und Proteste geerntet. Das von einem Kran schwebende "Plastik-Gefängnis" des Aktionskünstler sei zu einer neuen Londoner Attraktion geworden, schrieb der "Sunday Telegraph." Gleich nach Beginn der Show am Freitagabend war die Plexiglas-Box allerdings mit Eiern beworfen worden. Blaine will insgesamt 44 Tage ohne Essen in der zwei Mal zwei Meter großen Plexiglas-Box ausharren und erst am 19. Oktober wieder aussteigen.

<P>Etwa 4000 Schaulustige hatten sich eingefunden, um den Start von Blaines Show mit dem Titel "Above the Below" (Über dem Unteren) zu erleben. Nach einem Bericht der "Mail on Sunday" brach Blaine aber schon am ersten vollen Tag seiner Aktion den Vorsatz, mit niemandem zu sprechen.</P><P>Eine 30 Jahre alte TV-Produzentin, die angeblich das Äußere der Kapsel von Eigelb säubern sollte, wurde von ihm durch eine Öffnung in der Box mit Handschlag begrüßt und in ein angeregtes Gespräch verwickelt, berichtete die Zeitung. Die Aktion des Magiers wird von der Bezahl-Fernsehstation Sky live übertragen.</P><P>"Ich kann nur auf das Beste hoffen und mich auf das Schlimmste gefasst machen", sagte Blaine, bevor er sich in die Höhe schwingen ließ. "Ich habe um die ersten drei Wochen keine Angst. Was mir Sorgen macht, ist der zweite Teil, wenn ich meinen Verstand verliere. Ich teste mich bis an die Grenze des Menschenmöglichen." Die Phase zwischen "Tag 30 und Tag 50" sei völlig unberechenbar. "Aber das ist für mich Kunst", fügte der weltbekannte Illusionist hinzu.</P><P>Nach britischen Presseberichten dürfte Blaine im Verlauf der Aktion etwa 20 Kilogramm abnehmen. Der Arzt Adam Carey, der ihn kurz vor Beginn des Abenteuers untersuchte, sagte: "Vom medizinischen Standpunkt aus kann ich das nicht gut heißen. Persönlich denke ist, er ist ein bisschen verrückt."</P><P>Vor dem Einstieg in den Kasten hatte Blaine laut "Sun" mit seiner Freundin Manon von Gerkan ausgiebig gespeist. Laut der Boulevard-Sonntagszeitung "News of the World" dürfte Blaine vor allem seine zahlreichen Freundinnen schmerzlich vermissen.</P><P>Während seines Härtetests im Stehen, Sitzen und Liegen will Blaine nur Wasser zu sich nehmen, das ihm über einen Schlauch zugeführt wird. Über einen zweiten Plastikschlauch wird sein Urin abgeführt. Neben Windeln und einem blauen Wollumhang hat er nach Presseberichten eine Schlafmatte und eine Federdecke dabei. Feuchtigkeitstücher, Lippenbalsam und ein Foto seiner gestorbenen Mutter sollen ebenfalls im Gepäck sein.</P><P>Die "Fastenaktion" in London ist nach Einschätzung von Experten der bisher härteste Test für den Showman. Schon zuvor hatte es zahlreiche spektakuläre Vorstellungen des Aktionskünstlers gegeben: Im Mai 2002 sprang Blaine in New York von einer 30 Meter hohen Säule und landete auf dem Rücken in einem Berg von Pappkartons. Vor drei Jahren hielt er es in New York 62 Stunden in einem Eisblock aus, und im April 1999 verbrachte Blaine sieben Tage in einem gläsernen Sarg zwei Meter unter der Erdoberfläche.</P>

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