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Performance-Künstlerin oder missgeleiteter Esoterik-Freak? Die "lebendige Puppe" Valeria Lukyanova.

Schön oder gruselig?

Valeria Lukyanova: Diese Barbie ist lebendig

Kiew - Eine Barbie-Puppe? Nein, eine lebendige Frau: Valeria Lukyanova treibt das westliche Schönheitsideal auf die Spitze. Was hinter dem Püppchen-Aussehen steckt, ist noch gruseliger.

Wie viele junge Frauen, möchte Valeria Lukyanova etwas ganz Besonderes sein - und der Weg, den sie dafür geht, ist gleichzeitig klassisch und in bizarrer Weise einzigartig. Die 28-jährige Ukrainerin hat Barbie zu ihrem Schönheitsideal gemacht und erreicht es in einer Perfektion, die den Betrachter schaudern lässt.

Valeria Lukyanova lässt die Grenze zwischen süß und gruselig verschwimmen.

Durch aufwendiges Make-Up, regelmäßige Schönheitsbehandlungen und glamouröse Girlie-Kleidung hat sich Lukyanova ein fast surreales Aussehen gegeben, das an das blonde Kinderspielzeug ebenso wie an Silikon-Sexpuppen erinnert. Ein GQ-Autor drückte es so aus: Sein Treffen mit der "Human Barbie" aus dem Internet sei nah an einer Begegnung mit einem Alien gewesen.

OPs, Photoshop? Die "Human Barbie" streitet ab

Auch ihr Körper gehorcht den Maßvorgaben des westlichen Schönheitsideals nicht nur, sondern übertreibt es ins Groteske: Statt Ober- und Unterschenkel hat Lukyanova einfach nur lange, spaghettiartige Beine; ihre winzige Taille könnte man wohl mit zwei Händen umfassen. Die große und übernatürlich straffe Brust sprengt jedes Oberteil, an Hüften und Po fehlt jegliches Gegengewicht.

Lukyanova behauptet, dieses Aussehen auf natürliche Weise erreicht zu haben: Ihr Körper sei das Ergebnis von strenger Diät und Sport, was häufige Trainings-Selfies auf Facebook beweisen sollen. Abgesehen von einer Brustvergrößerung habe sie sich nie operieren lassen und bearbeite ihre Bilder auch nicht mit Photoshop nach, so das Barbie-Girl.

Bizarre spirituelle Ideen und Rassismus

Helle Augen, langes Haar und ein herzförmiges Gesicht hat ihr die Natur gegeben - der Rest ist Make-Up.

Überhaupt sind ihr Körperlichkeiten nicht so wichtig: Statt als Barbie sieht sich Valeria Lukyanova als New-Age-Esoterikerin. Sich selbst nennt sie auch Amatue, denn dieser spirituelle Name sei ihr im Traum erschienen. Dem V Magazine sagte sie, dass sie "Lehrerin an der Schule für außerkörperliche Reisen" sei. Sie selbst praktiziere diese Reisen, auf denen man jeglichen Ort auf der Erde und im Universum besuchen könne, und finde dabei Inspirationen für selbstgeschriebene Songs oder das Design ihrer modellierten Nägel.

Doch das ist längst nicht alles: Obwohl sich die Ukrainerin offensichtlich viel mit ihrem Aussehen beschäftigt, hat sie auch zu den meisten Fragen des Lebens eine Meinung - und die ist oft viel bizarrer als ihr Aussehen. In einem Interview sagte Lukyanova etwa, die ethnische Vermischung durch interkulturelle Ehen führe zur Degeneration - und dazu, dass es heute weniger schöne Frauen gebe. Im übrigen sei sie gegen Feminismus, wolle jedoch selbst niemals Kinder haben, da diese für Eltern stets nur ein Mittel zur Selbstverwirklichung seien.

"Licht und Wasser" statt Essen

Ihre eigene Selbstverwirklichung hat die "menschliche Barbie" in der Modifikation ihres Körpers gefunden - streng nach den Vorgaben des frauenfeindlichen und rassistischen Schönheitsideals, das sie damit gleichzeitig ad absurdum führt. Die lebendige Puppe kontrolliert und formt ihren Körper selbst - aus dem Männertraum wird so ein Albtraum, der mit erbarmungsloser Rigorosität gegen sich selbst vorgeht: Voller Stolz verkündete Lukyanova der International Business Times, inzwischen gar nicht mehr zu essen. In den letzten Wochen habe sie überhaupt keinen Hunger mehr verspürt und komme jetzt mit "kosmischer Mikronahrung" aus Wasser und Luft aus. Von Barbie, die einst in der Vielseitigkeit ihrer Rollen ein Vorbild für Mädchen sein sollte, hat sie sich damit endgültig entfernt.

est

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