Verona Feldbusch: "So viele Studierte auf einmal sehe ich selten"

- Hamburg - Hörsaal A 134 der Fachhochschule Neu-Ulm, 16 Uhr: Verona Feldbusch kommt. Tumultartige Szenen spielen sich ab. TV-Teams und Fotografen drängen sich um die Schöne, im Saal ist kein Platz mehr frei, viele Studenten finden nur noch dicht gedrängt auf den Gängen Platz. Manche Studenten halten "Hola Verona"-Schilder hoch.

Die 35 Jahre alte Werbe-Ikone und TV-Entertainerin trägt ein schlichtes schwarzes Kleid mit Blümchenmuster. Feldbusch gibt sich locker: "So viel Studierte auf einmal sehe ich selten", sagt sie. "Ich finde das schon sehr beeindruckend, was Ihr da so macht." <P>Kurz darauf macht sie Hochschulpräsident Gerhard Hack zur "Ehren-Betriebswirtin". "Sie ist einfach ein Naturtalent in Sachen Kommunikation", lobt Hack die gebürtige Bolivianerin, als er ihr unter dem Beifall der Studenten den Ehren-Hut aufsetzt. "Ich bin ja ein Mensch, der sonst eher mit der Praxis anfängt", sagt sie.</P><P>Dass sie geschäftstüchtig und gewieft ist, stellt Feldbusch den Studenten gleich unter Beweis. Sie demonstriert ihnen ihre Produktlinie "Verona's Dreams". In einem Marketing-Seminar sollen die Neu-Ulmer Studenten vom Wintersemester an ein Verkaufsförderungs-Konzept für die Dessous, Bademoden und den Schmuck der Kollektion erarbeiten.</P><P>Sie habe jetzt angefangen, Mode für Schwangere zu entwerfen: "Da bin ich zurzeit ein bisschen inspiriert", sagt Feldbusch, die im Oktober ein Kind erwartet. Sie arbeite intensiv an den Produkten. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, etwa ein Parfüm zu entwerfen", berichtet sie. Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens zu sein, sei nicht einfach: "Aber ich traue mich, die naiven Fragen zu stellen, die sonst keiner stellt", sagt sie.</P><P>Zum Rummel um ihre Person sagt sie selbstkritisch: "An manchen Tagen fühlt man sich wie die Kuh, von der sich jeder fragt, wie viel Milch sie heute gibt." Bei den Studenten gibt es viel Lob für den Auftritt. "Ist doch mal etwas anderes, als dauernd trockene Fachvorlesungen zu hören", sagt der angehende Wirtschaftsingenieur Martin Zott (25). "Ich finde es schon interessant, sie mal zu sehen", meint die Informationsmanagement-Studentin Friederike Waldenfels (21). "Sie ist, glaube ich, sehr intelligent und macht nur auf naiv", sagt sie.</P><P>Die Fachhochschule Neu-Ulm will Feldbusch vom Herbst an außerdem als Lehrbeauftragte gewinnen. "Verona ist ja ein wirkliches Genie in Sachen Selbstvermarktung", sagt der Fachhochschul-Präsident. "Sie kann den Studierenden sicher in diesem Bereich eine Menge beibringen."</P>

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