Autogrammstunde in München

Video: Ganz nah bei Elyas M'Barek

München - Genau zwei Stunden hatte Mädchenschwarm Elyas M'Barek am Donnerstag Zeit für seine Fans: Im Saturn in München fand die einzige deutschlandweite Autogrammstunde statt.

Es ist Donnerstagnachmittag, 14.53 Uhr, als sich im ersten Stock des Saturn-Geschäfts an der Schwanthalerstraße eine kleine Tür öffnet. Dann hört man nur noch erfreute Schreie, Haare werden zurechtgemacht, Smartphones schnellen in die Luft, Hälse werden gereckt – will doch jeder einen ersten Blick erhaschen auf den attraktiven Mann in der Jeansjacke, der da in die Menge winkt.

Der attraktive Mann, das ist Schauspieler Elyas M’Barek. Seit gestern ist die DVD zu seinem Erfolgsfilm „Fack ju Göhte“ im Handel erhältlich. 1500 DVDs hatte das Geschäft an der Schwanthalerstraße auf Lager. Aber das war schnell leer, konnte man sich die Filme doch vom Hauptdarsteller selbst signieren lassen und noch ein Foto mit ihm machen.

Das ließen sich viele Fans nicht zweimal sagen. In Schlangenlinien standen sie durch den Laden – vom ersten Stock durchs Erdgeschoss bis hinaus auf die Straße. Teilweise half da nur noch Blockabfertigung, damit die „normalen“ Kunden auch noch durch die Gänge kamen. Und man konnte bei dem Anblick kaum glauben, dass der 31-Jährige innerhalb der nächsten beiden Stunden allen Wartenden ein Autogramm schreiben und mit ihnen dann auch noch auf einem Foto posieren würde. Denn die Zeit war knapp – schon am Abend musste M’Barek wieder am Flughafen sein, was man dem 31-Jährigen an einer leichten Gehetztheit anmerken konnte.

„Jeder bekommt nur ein Foto“, hieß es von den Organisatoren. Der Schauspieler hatte nicht einmal die Zeit, die Autogrammkarten mit Widmungen zu versehen. Doch das störte nur die wenigsten. „Ich habe ihn geküsst“, erzählt Müni ungläubig und lächelt. Stundenlang hat die 20-Jährige auf diesen Moment gewartet, an ihrem freien Tag war sie dafür extra allein aus Rosenheim angereist. Auf ihre Ausbeute ist sie stolz: ein Foto auf dem Smartphone – „man kann sogar sehen, dass ich ihm hier ein Bussi gebe.“ Müni war eine der Ersten in der Schlange, nur Ruth wartet schon länger – seit 11.15 Uhr hat sie auf dem Boden gesessen und ausgeharrt. Doch die 31-jährige Giesingerin ist enttäuscht: „Ich habe mir ein bisschen mehr erhofft.“

Tatsächlich kann man auch ein paar junge Männer erspähen. „Einerseits halte ich hier den Platz für meine Freundin frei“, sagt der 27-jährige Amando. „Aber ich finde ihn auch als Schauspieler relativ gut. Man nimmt ihm seine Rolle ab.“

Über sieben Millionen Besucher haben sich den Film 2013 bereits im Kino angesehen, und trotzdem scheint der Andrang auf die DVDs groß zu sein. „So kann man sich den Film jeden Tag anschauen – morgens, mittags, abends“, meint M’Barek im Gespräch mit unserer Zeitung lachend. Vor allem die vielen Outtakes seien sehenswert. „Normalerweise sehe ich mir meine Filme höchstens zweimal an. Ich finde es komisch, mich selbst zu sehen“, sagt der Schauspieler. „,Fack ju Göhte‘ habe ich aber bestimmt schon viermal gesehen. Beim Abspann muss ich immer sehr lachen.“ Humor sei im Alltag sowieso sehr wichtig: „Ich lache mindestens einmal am Tag – auch gerne ’mal über mich.“

Das der Film so erfolgreich würde, hätte M’Barek nicht gedacht. „Ich wusste schon, dass er sehr lustig wird – aber so...“ Und auch wenn man Erfolg nicht nur an den Besucherzahlen messen könne, „ist es der Wahnsinn, dass so viele ihn im Kino gesehen haben“. Ein bisschen könnte der Erfolg auch dem Hauptdarsteller zu verdanken sein. „Ich habe mit den Film nur wegen Elyas angesehen“, gesteht eine 15-Jährige. „Heute hab ich auch wegen ihm den Nachmittagsunterricht sausen lassen.“

Mehr Glück hatten da Desiree und Louisa. Die beiden 14-Jährigen harren schon seit 11 Uhr aus. Entzückt blicken sie auf ihre Handys mit dem Foto. „Er sieht sogar noch besser aus, als ich dachte“, schwärmt Desiree. Dann postet sie das Bild bei Facebook, damit alle ihre Freundinnen vor Neid zergehen.

Genauso macht es Larissa. „Ich zittere immer noch“, sagt die 18-Jährige, die zusammen mit ihren Freundinnen Melena und Melanie die dreistündige Fahrt aus Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg) auf sich genommen hat. „Man lebt nur einmal, und es hat sich gelohnt.“ Nur eines ist ihr aufgefallen: „Er ist ziemlich klein – aber ich bin’s auch.“ Naja, man wird ja noch träumen dürfen.

Andrea Steiler

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