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Happy birthday, Kati Witt!

Ex-Eislauf-Star

"So viel Leben" - Katarina Witt wird ganz locker 50

Berlin - Katarina Witt blickt stolz auf ihre Eiskunstlauf-Karriere zurück. Die Olympiasiegerin besuchte noch einmal Orte wie Sarajevo, wo sie 1984 triumphierte. Jetzt wird das „schönste Gesicht des Sozialismus“ 50.

Die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt hat zu ihrem 50. Geburtstag (3.12.) gelernt, entspannter zu sein. „Jetzt kannste ruhiger werden, jetzt lass mal los. Das heißt ja nicht, dass ich Rentnerin werde“, sagt die legendäre „Carmen on Ice“. Sie will den Tag im Freundes- und Familienkreis in Berlin feiern.

Beim Zusammenstellen des Bildbandes „So viel Leben“, der im November erschien, und einer ARD-Dokumentation, die im Frühjahr gesendet werden soll, hat Witt alle Höhepunkte Revue passieren lassen. Dabei hat sie Orte wie Sarajevo besucht, wo sie 1984 als 18-Jährige ihr erstes Olympia-Gold gewann. „Je älter ich werde, desto stolzer bin ich auf alles“, sagte sie der ARD-„Sportschau“.

Das sportliche Highlight war ihr zweiter Olympia-Sieg bei den Winterspielen in Calgary 1988. Dabei stand sie mit dem Rücken zur Wand. Heute erinnert sie sich: „Ich stand manchmal da und dachte: Du gewinnst oder stirbst.“ Der Druck von der Amerikanerin Debbi Thomas sei so stark gewesen, weil das Duell zum Kampf Ost gegen West hochgepusht wurde. Beide gingen als Carmen aufs Eis - die Deutsche triumphierte.

Ihre strenge und gefürchtete Trainerin Jutta Müller, die sie über Jahrzehnte begleitete, sieht Witt im Rückblick nur positiv: „Ich habe das verkraftet. Sie hatte die Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche.“

Wenn die junge Sächsin über die Stränge schlug, war Müller stets ihr Korrektiv. Auch bei den erfolgreichen Eis-Shows als Profi nach ihrer Wettkampf-Karriere holte sich Witt Rat bei Müller in Chemnitz. Besonders engen Kontakt - egal, wie weit weg sie von zu Hause war - pflegte sie mit ihren Eltern. Ihr Vater führte stets akribisch Buch über ihre Leistung und die Einschätzungen der Preisrichter.

Nach der Wende und dem Mauerfall lernte Witt schnell, sich auf internationalem Parkett zu bewegen, auch in der Glamour-Welt. Probleme bekam der Sportstar, als Kritiker ihre bevorzugte Rolle im DDR-Sportsystem sowie ihre vermeintliche Nähe zu Staatschef Erich Honecker thematisierten.

Ihre rund 3000 Seiten umfassende Stasi-Akte schaute sie sich an - aber nicht zu ausführlich. Witt wollte nicht in die Abgründe der Vergangenheit eintauchen. „Ich habe alle 3000 Seiten kopiert, weggepackt und verdrängt. Ich wollte mich mit dem Thema Stasi nicht beschäftigen. Vielleicht war das mein Glück“, sagte sie kürzlich dem „Stern“.

Sie lebt schon lange mitten in der Hauptstadt. Nach den Profi-Jahren in den USA mit teilweise täglichen Auftritten habe sie einen Anker gebraucht. Später gründete sie eine Stiftung für benachteiligte Kinder, um die sie sich kümmert.

Die Eiskunstlauf-Ikone wirkt nicht mehr so gehetzt wie früher, wählt Termine bei Talkshows und Galas aus. Auch für den „Playboy“ würde sich die Kufen-Queen nicht mehr ausziehen (wie 1998 und 2001). Das überlässt sie jetzt der jüngeren Generation. Angesprochen wird sie noch oft auf die Fotostrecken mit Mitte dreißig.

Das „schönste Gesicht des Sozialismus“, wie die viermalige Weltmeisterin oft genannt wurde, dürfte weiterhin mit viel Energie ihre Projekte vorantreiben - doch deutlich entspannter als noch vor Jahren.

Lesen Sie dazu auch : Kati Witt wird heute 50: Momente ihrer Karriere

Talk: Wow! Katarina Witt wird 50

dpa

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