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Oleg Popow, Clown des Moskauer Staatszirkus' , aufgenommen im März 1980 in München. Foto: Istvan Bajzat

"Von Natur aus gut" - Was ein richtiger Clown ist

Die Grusel-Clowns sind dabei, eine uralte europäische Tradition in Verruf zu bringen. Denn der Clown - dessen Ursprünge bis in die Antike zurückreichen - ist eigentlich alles andere als ein Erschrecker.

Köln (dpa) - Batman-Feind Joker, Killerclown Pennywise - und jetzt auch noch die Grusel-Clowns. Es fehlt nicht mehr viel, und der Clown kann sich unter Zombies, Vampiren und anderen Erschreckern einreihen. Oder ist es sogar schon soweit?

Bereits 2008 stellten Forscher der britischen Universität Sheffield fest, dass der Anblick von Clowns manche Kinder nicht freut, sondern verängstigt.

Dabei steht der Clown eigentlich für das Gegenteil. "Der echte Clown berührt die Menschen, vom kleinen Kind bis zum alten Menschen", erklärt Roswitha von dem Borne, Autorin des Buches "Der Clown - Geschichte einer Gestalt", in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Im Vorwort ihres Buches sagt der berühmte russische Clown Oleg Popov: "Der wahre Clown muss von Natur aus gut sein." 

Dieser Clown kämpft mit den Tücken des Alltags. Das Klebeband lässt sich beim besten Willen nicht vom Finger lösen, sondern verheddert sich immer weiter. Dabei lässt der Clown sich verlachen - "er duldet die Schadenfreude der Zuschauer", sagt Roswitha von dem Borne. "So gesehen bringt er ein Opfer."

Die Clown-Figuren in Europa entstammen dem italienischen Theater der Frühmoderne, der Commedia dell'Arte. Diese traditionelle Theaterform kennt ganz bestimmte Typen, die durch Maske, Kostüm und ein ganz bestimmtes Verhalten erkennbar sind. "Der Weißclown zum Beispiel ist der Harlekin oder Arlecchino und damit der Ernste, Seriöse, der Tonangebende", erläutert Susanne Matzenau vom Circus Krone in München. 

"Sein Gegenpart ist der August, der lustige Nichtsnutz mit den viel zu großen Schuhen, der nichts kann und tut, aber am Ende den Weißclown immer "besiegt" und die Sympathien des Publikums auf seiner Seite hat." So wie derjenige, der es im richtigen Leben dem Chef einmal zeigt. 

Die Ursprünge der Clowntradition lassen sich noch viel weiter zurückverfolgen. Sie sehe die Vorläufer des Clowns in den sogenannten "Narren in Christo", sagt Roswitha von dem Borne. Diese Außenseiter beriefen sich schon in der Antike auf ein Wort des Apostels Paulus aus der Bibel: "Wir sind Toren um Christi Willen." Das griffen sie auf, indem sie sich selbst lächerlich machten: "Sie trieben auf der Straße allerlei Unfug oder spielten einen Verrückten und wurden deshalb gehänselt, gejagt und oft sogar mit Steinen beworfen", schildert Roswitha von dem Borne. "Dieses Thema hat viele Maler und Dichter beschäftigt." 

Susanne Matzenau hat eine Faustregel dafür parat, wie man heute einen echten Clown von einem falschen unterscheiden kann: "Ein traditioneller seriöser Clown verwendet nur die drei Farben Rot, Weiß und Schwarz. Alles andere ist Halloween."

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