Wackel-Dieter statt Biografie

- Frankfurt/Main - Für die wohl einzige Buchvorstellung ohne Buch hat "Pop-Titan" Dieter Bohlen am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse gesorgt. Statt seiner neuen Biografie "Hinter den Kulissen" brachte der 49 Jahre alte Musikproduzent Wackel-Dieter für Hunderte von Journalisten mit - Fans und Autogramm-Jäger waren nicht zugelassen. "Von Elvis gab's das ja auch schon und ich wollte nicht warten, bis ich tot bin", sagte Bohlen.

<P>Sein Verlag, Random House, war am Wochenende per einstweiliger Verfügung des ehemaligen Modern- Talking-Gefährten, Thomas Anders, gezwungen worden, das Buch aus dem Handel zu ziehen. Auf der Messe lagen daher nur einige Exemplare mit geschwärzten Passagen gut gehütet in einer Glasvitrine.</P><P>Gegen Thomas Anders richtete sich dann auch die erste Attacke von Bohlen: Unter seinem schwarzen Anzug trug er ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift: "Gitarrist von Thomas Anders". Seine Co-Autorin, die ehemalige "Bild"-Klatschkolumnistin Katja Kessler, trug den Slogan "Schreiberin vom Gitarristen von Thomas Anders" auf der Brust. Und so ging es weiter "Freund vom...", "Fahrer vom...", "Bodyguard vom...". Selbst Klaus Eck, Chef-Verleger von Random-House, hatte über Hemd und Krawatte ein T-Shirt gezogen "Verleger vom Gitarristen von Thomas Anders". In der Schlammschlacht zwischen Bohlen und Anders hatte dieser gesagt, dass Bohlen vor allem der Gitarrist des Pop-Duos Modern-Talking gewesen sei.</P><P>Bohlen war vor allem damit beschäftigt, seine Biografie zu verteidigen. "Ich will keinem Menschen irgendetwas Böses", sagte er mit einem breiten Grinsen. Schließlich könne er wohl schreiben, wenn der Mann von Eva Herman seiner Freundin an "den Hintern packt". "Das find' ich nicht in Ordnung." Und dass auch "irgendein Tagesschau- Sprecher" eine einstweilige Verfügung gegen das Buch erwirkt habe, könne er auch nicht verstehen. "Plötzlich will der nicht mal mehr Hallo zu mir gesagt haben."</P><P>Am Freitag wird vor dem Hamburger Landgericht über Widersprüche gegen die erlassene Einstweilige Verfügung verhandelt. Promis wie die "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman, ihr Kollege Jens Riewa, sowie Jenny Elvers sahen ihre Persönlichkeitsrechte durch die Biografie verletzt. "Erst mal möchte ich mich bei all diesen Akteuren bedanken", sagte Bohlen. Ohne die wär es ihm nie gelungen, seine Biografie innerhalb kürzester Zeit so bekannt zu machen. "Wir sind Freunde und da hilft man sich in schlechten Zeiten gegenseitig."</P><P>Von den in den vergangenen Tagen laut gewordenen Vorwürfen gegen Bohlen, er habe auf den Modern-Talking-Platten gar nicht selber gesungen, ließ sich der Plattenmillionär nicht einschüchtern. "Ihr müsst Euch mal entscheiden. 20 Jahre muss ich mir sagen lassen, dass ich so schlecht singe und nun soll ich gar nicht gesungen haben", sagte Bohlen. Auch eine Emnid-Umfrage, derzufolge 98 Prozent der Deutschen das neue Buch nicht kaufen würden, ließ den Musiker mit Kultcharakter kalt. "Wenn zwei Prozent mein Buch kaufen, dann sind das ja 1,6 Millionen Menschen und ich ein Held."</P><P>Auch in seinem zweiten Buch sei es ihm darum gegangen, "ein amüsantes und wahres Buch zu machen". Das gelte auch für alles, was er darin über seine langjährige Lebensgefährtin Nadja Abd El Farrag geschrieben habe. Die hatte am selben Tag ihre Biografie "Ungelogen" auf der Buchmesse vorgestellt. Vor allem die letzten Jahre seien für sie "die Hölle" gewesen, weil Bohlen sie unter anderem an den Haaren eine Wendeltreppe hinunter gezogen habe. "Ich bin der Nadja nicht böse. Sie ist ja nur traurig, dass sie nie wieder so 'nen tollen Typen wie mich kriegt", war Bohlens einziger Kommentar dazu.</P><P>Eine Entschuldigung richtete er nur an die Journalisten: "Es tut mir echt Leid, dass ihr seit meinem ersten Buch nun mit 31 Biografien von anderen Promis beschmissen werdet", sagte er und nahm vielen ganz andere Befürchtungen. "Für Arnie habe ich echt größten Respekt, aber in die Politik gehe ich sicher nicht", sagte Bohlen mit Blick auf die von Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger gewonnene Gouverneurs-Wahl in Kalifornien.</P>

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