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Fahri Yardim und Christian Ulmen sind sowohl beruflich als auch privat stark verbunden. Nun startet eine neue Comedy-Serie mit den beiden.

Zwei TV-Größen im Interview

Wahre Männerfreundschaft: Christian Ulmen und Fahri Yardim

Berlin - Die Schauspieler Christian Ulmen und Fahri Yardim sind auch privat gute Freunde und ziehen sich gerne gegenseitig auf. Am Donnerstag startet ein neues Comedyformat der beiden auf Maxdome.

Die Schauspiel-Kollegen Christian Ulmen (41) und Fahri Yardim (36) definieren ihre Männerfreundschaft auch über das Aussehen. „Wir sind ja nicht umsonst befreundet. An der Seite von Christian fühle ich mich körperlich und gesichtstechnisch ziemlich wohl“, sagte Yardim der Deutschen Presse-Agentur. 

„Er umgibt sich gerne mit Menschen, die in seinen Augen hässlich sind, damit er sich selbst schön finden kann“, witzelte Ulmen. „Bei mir vollzieht sich das auf intellektueller Ebene ganz genau so. Ich umgebe mich gerne mit Männern, die ein klein wenig dümmer sind als ich.“

Duo privat und beruflich stark verbunden

Ulmen und Yardim, die beide als „Tatort“-Ermittler in Weimar bzw. Hamburg zu sehen sind, spielen in der Comedy-Serie „Jerks“ beste Freunde, die in hochpeinlichen Situationen landen. Die ersten beiden Folgen können ab Donnerstag auf dem Streaming-Dienst Maxdome abgerufen werden und sind einen Monat später bei ProSieben zu sehen.

Erste eigenproduzierte Streaming-Serien in Deutschland

„Jerks“ ist damit die erste eigenproduzierte Serie eines in Deutschland vertretenen Streamingdienstes. Im März folgt Amazon Prime mit Matthias Schweighöfers Seriendebüt „You are Wanted“.

Im dpa-Interview erzählen Ulmen und Yardim was ihnen privat peinlich ist und wie sie über den neuen US-Präsidenten denken.

Frage: Sie sind schon lange befreundet. Was bewundern Sie am jeweils anderen?

Christian Ulmen: Ich bewundere Fahris Körperbau. Er macht wenig Sport, hat aber trotzdem diese symmetrischen, schwer maskulinen Formen. Das ist das Erste, das mir einfällt. Das mag etwas oberflächlich anmuten, aber darin besteht für viele die Freude an Fahri.

Fahri Yardim: Wir sind ja nicht umsonst befreundet. An der Seite von Christian fühle ich mich körperlich und gesichtstechnisch ziemlich wohl.

Ulmen: Er umgibt sich gerne mit Menschen, die in seinen Augen hässlich sind, damit er sich selbst schön finden kann. Bei mir vollzieht sich das auf intellektueller Ebene ganz genau so. Ich umgebe mich gerne mit Männern, die ein klein wenig dümmer sind als ich. Dann fühle ich mich ziemlich gut.

Frage: In „Jerks“ kommen Ihre Figuren in peinliche Lagen. Was ist Ihnen privat peinlich?

Ulmen: Fast alles. Auch die jetzige Situation, dass wir hier sitzen und in ein Mikrofon sprechen müssen. Diese künstliche Situation mit Leuten, die wir nicht kennen und die uns vielleicht doof finden.

Yardim: Kai Diekmann von der „Bild“ darf mit Trump reden und Sie müssen zu uns. Wir wissen das. Aber wir müssen trotzdem professionell unsere Serie verkaufen. Das ist peinlich.

Frage: Ist es nicht viel einfacher, wenn einem wie Kindern gar nichts peinlich ist?

Ulmen: Ja, natürlich kommt man so einfacher durchs Leben. Aber das ist, wie ein Computerspiel im Unsterblichkeits-Modus zu spielen. Wahnsinnig öde. Allerdings sind wir keine Clowns. Wir geraten aus Versehen, beinahe unverschuldet, in schmerzhafte Situationen hinein. Sie ergeben sich aus der Not des Alltags. Eigentlich scheitern wir am Leben.

Yardim: Wenn man ehrlich ist, ist das Leben eine Unverschämtheit.

Frage: Und die Geschichten kommen zum Teil aus Ihrem Leben?

Ulmen: Es gibt einige Wollfäden aus unserem Leben, die wir in das Kleid „Jerks“ eingenäht haben. Viele Szenen sind so oder so ähnlich passiert. Es gibt aber auch eine dänische Vorlage, aus der wir grobe Handlungsstränge als Gerüst verwendet haben.

Frage: Ihre Frau Collien Fernandes spielt Ihre Ex-Frau. Wessen Idee war das?

Ulmen: Meine. Ich wollte mir ein Paralleluniversum schaffen, in dem alles genau so ist, wie ich es mir erträume (lacht). „Jerks“ ist mein Dachboden, den ich allein betrete, um seltsame Dinge zu tun.

Frage: Sie haben das Internet sehr früh als Plattform erkannt und schon 2008 Comedy-Clips auf der Seite ulmen.tv gezeigt. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Maxdome?

Ulmen: Maxdome hat als einziger den Mut aufgebracht, ein solches Format umzusetzen und Geschichten zu erzählen, die man eigentlich weder erzählen noch hören möchte, und bei denen man trotzdem nicht wegschauen kann. Maxdome hat den Mut zum Unfall. Und sie haben sich auf unsere Machart der Improvisation eingelassen, also etwas gekauft, ohne anhand eines Drehbuchs zu wissen, was draus wird.

Yardim: Wir sind die erste eigenproduzierte Serie eines deutschen Video-On-Demand-Anbieters. Wenn wir untergehen, geht Deutschland unter.

Frage: Aber ProSieben strahlt die Folgen bereits einen Monat später aus...

Ulmen: Ja. Über diese internen Deals kann ich wenig sagen. Die haben sich getroffen und das dann so ausgemacht untereinander. Aber auch ProSieben hat Eierstöcke aus Stahl, wie Fahri immer sehr richtig sagt. Und beiden bleiben ihre Vorzüge erhalten: der eine hat feinsten Stoff fürs Nachtprogramm, der andere bietet permanenten Zugriff auf Fahris Werk und meinen Beitrag.

Frage: Sie spielen beide auch im „Tatort“ mit, sind aber mit Ihren Ermittler-Teams aus Weimar und Hamburg nicht allzu oft auf dem Bildschirm zu sehen. Würden sie sich mehr Einsätze wünschen?

Yardim: Ach, ich freue mich jetzt erstmal darauf, dass der außergewöhnlich produzierte Kino-„Tatort“ bald im Fernsehen läuft. Und dann sollten sich Til (Schweiger, die Red.), der NDR und ich überlegen, wie es weitergehen kann, uns vielleicht neu sortieren und der Reihe eine andere Spaghetti Bolognese auf den Tisch knallen.

Frage: Einige spotten, dass mit Donald Trump auch ein Stück Comedy ins Weiße Haus eingezogen ist. Was halten Sie vom neuen US-Präsidenten?

Ulmen: Es wäre ja schön, wenn er das alles lustig meinte und sagen würde: „War nur ein Witz, so eine Art Sozialexperiment, ab jetzt mache ich richtige Politik für Menschen.“ Aber das passiert leider nicht.

Yardim: Ich gebe zu, dass ein - zugegeben primitiver - Anteil von mir bei der Wahl darauf gierte: „Das könnte lustig werden.“ Es gab diesen Unterhaltungsaspekt. Aber: Er ist keine Witzfigur, seine Wahl verändert Strukturen, deren Konsequenzen nicht zum Lachen sind. Davon angeregt darf sich die Politik in ihrem Selbstverständnis generell überprüfen. Aber wenn ein rauer Wind weht, muss man nicht gleich die Segel streichen. Ich bin kein politikverdrossener Mensch. Ich stehe auf unsere Demokratie und weiß, dass man sie immer wieder neu erkämpfen muss.

dpa

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