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Schauspieler Ingo Naujoks ("Tatort")

Deutsche Schauspieler verdienen oft miserabel

Münster - Einer Studie der Universität Münster zufolge ist die finanzielle Situation deutscher Mimen meist sehr schlecht.

Forscher befragten 710 Darsteller von Theater, Film und Fernsehen nach ihrer finanziellen Situation und den Auswirkungen der Arbeitslosengeld-Reform. Die Hälfte von ihnen verdient demnach 20 000 Euro brutto oder weniger im Jahr, so eine Sprecherin. “Fast 60 Prozent der Befragten waren in den vergangenen zwei Jahren weniger als sechs Monate beschäftigt.“

Nach Schätzungen arbeiten in Deutschland 20 000 bis 25 000 Menschen als Schauspieler. Die Untersuchung, die mit dem Titel “Schauspieler in Deutschland: viel Glamour, wenig Geld“ überschrieben ist, hat die münstersche Forschungsgruppe am Institut für Soziologie im Auftrag des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler erstellt. 

“Lediglich 4,6 Prozent aller Befragten kommen zusätzlich in die Lage, Arbeitslosengeld I zu beziehen. Für alle anderen fehlt nach wie vor die Absicherung“, erklärte Prof. Andrea D. Bührmann, Leiterin des Projekts.

Deutsche Oscar-Nominierungen

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Mitte 2009 wollte die Bundesregierung mit einer Arbeitslosengeld-Reform die soziale Benachteiligung von Schauspielern aufheben. Die Regierung erkannte damit de facto die strukturelle Benachteiligung kurzzeitig Beschäftigter an. Beschäftigten mit kurz befristeten Verträgen, dazu zählen zahlreiche Schauspieler, sollte dadurch zum Beispiel der Bezug von Arbeitslosengeld I erleichtert werden. Die notwendige Wirkungen sind der Studie zufolge aber nicht eingetreten.

Ingo Naujoks, der 2004 den Deutschen Comedypreis für seine Rolle in der Serie “Bewegte Männer“ erhielt, äußerte in der Umfrage Wut und Enttäuschung: “Es kann nicht sein, dass wir ausschließlich in den “Solidaritäts-Topf“ einzahlen und nichts rausbekommen ­ so definiert sich nicht Solidarität.“

Christoph Waltz: Schauspieler ist kein Traumberuf

Christoph Waltz (54), Oscar-Preisträger (“Inglourious Basterds“), sieht die Schauspielerei nicht als Traumberuf. “Für einen 17-Jährigen vielleicht. Wenn man das allerdings eine zeitlang gemacht hat, ist es kein Traumberuf mehr“, sagte er im dapd-Interview. Es sei wie wahrscheinlich in den meisten Berufen: Am Anfang laufe es gut - und dann komme die Zeit dazwischen, nämlich zwischen dem Anfang und dem Ende. Und dieser Zeitabschnitt sei mühsam. “Die Tatsache, dass mir dieser unglaubliche Glücksfall widerfahren ist, soll keineswegs dazu verleiten, dass dies eine Regelmäßigkeit oder Folgerichtigkeit hätte“, sagte Waltz weiter.

Der Deutsch-Österreicher ist ab 13. Januar in den deutschen Kinos in Michel Gondrys Actionkomödie “The Green Hornet“ zu sehen.

dapd/dpa

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