"Was er spielte, hat er gelebt"

- Vor 50 Jahren kam der Schauspieler James Dean bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Eine viel versprechende Karriere war abrupt beendet, die Welt war geschockt. Rock'n'Roll-Star und Schauspieler Peter Kraus war damals 16 Jahre alt. Wir sprachen mit ihm über das tragische Ende des jungen Idols.

Herr Kraus, welche Erinnerungen haben Sie an den Tod von James Dean?

Peter Kraus: Schockierende. Ein so außergewöhnlicher neuer Schauspieler mit ganz persönlicher Note, der in kürzester Zeit zum Star wurde, stirbt so jung in einem Rennwagen.

James Dean galt als Rebell. War er für Sie jemand, den man bewundert hat?

Kraus: Für mich als junger Schauspieler war er ein Idol, ein Vorbild. Ich hatte seine Filme diverse Male gesehen, studiert kann man sagen. Und ich habe den Rebellen James Dean bewundert.

Und auch selbst rebelliert?

Kraus: Wir alle rebellierten damals. Aus heutiger Sicht war unser Tun natürlich bescheiden. Aber damals war es ein großer, ganz wichtiger erster Schritt, ohne den die Jugend heute nicht in dieser frühen Selbstständigkeit leben könnte.

Was war den jungen Menschen damals wichtig?

Kraus: Wir wollten mit unserem Tun und Denken akzeptiert werden und als Jugendliche ernst genommen werden. Wir wollten, dass unsere Meinung zu wichtigen Themen angehört und verstanden wird und dass man uns hilft, uns berät. Aber nicht mit unabänderlichen Vorschriften.

Genau diese Einstellung verkörperte Dean in seinen Filmen.

Kraus: Weil es ein ungeheuer wichtiges Thema zu dieser Zeit war. Horst Buchholz war mit "Die Halbstarken" erfolgreich. Auch der Film "Die Frühreifen", den ich mit Heidi Brühl und Sabine Sinjen drehte, gehörte thematisch zu Deans "Denn sie wissen nicht, was sie tun" und war auch sehr erfolgreich.

Was macht noch heute die Faszination von James Dean aus?

Kraus: Alle Menschen, die etwas Großes geleistet haben, bleiben für immer faszinierend. Zumindest für eine bestimmte Gruppe von Menschen. Trifft diesen Menschen ein schweres Schicksal, wie ein früher Unfalltod, wird er zur Legende.

Aber wie hat es Dean geschafft, zum Idol von Generationen von Jugendlichen zu werden?

Kraus: Ich bin sicher, dass ein großer Teil der Jugend heute weiß, dass es damals nur um glaubhafte Gefühle ging. Um wahren Einsatz und Kampf für Gleichaltrige. Das, was James Dean gespielt hat, hat er auch gelebt. Das Publikum akzeptiert zwar unechte Gefühle, aber vergisst sie wieder schnell. James Dean war ehrlich, war authentisch. Auch deshalb wird man ihn nie vergessen. Ich schon gar nicht.

Das Gespräch führte Nadja Hoffmann

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