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Xavier Naidoo.

Stadt Mannheim noch unschlüssig

Wegen Naidoo: NDR sagt Festival-Präsentation ab

Mannheim - Die Stadt Mannheim schiebt die Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit mit den „Söhnen Mannheims“ hinaus. Der NDR zieht dagegen Konsequenzen aus der Kritik an dem Song „Marionetten“.

Auch ein Krisentreffen der Stadt Mannheim mit der Popgruppe Söhne Mannheims um Sänger Xavier Naidoo hat die Wogen um umstrittene Songtexte der Band noch nicht geglättet. Über eine weitere Zusammenarbeit wollte die Stadt vorerst keine Prognose abgeben. 

„Im Augenblick ist ein wichtiger Schritt gegangen, sodass wir nichts aufkündigen“, sagte Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Gemeinsame Aktionen seien derzeit ohnehin nicht geplant. „Aber jedem möglichen Projekt würde eine sorgfältige Prüfung vorausgehen. Und natürlich verfolgen wir die Entwicklung.“ 

Oberbürgermeister Kurz hatte von der Band Aufklärung über „antistaatliche Aussagen“ in dem politikerkritischen Lied „Marionetten“ gefordert. Beide Seiten diskutierten am Montagabend mehr als drei Stunden über den Song. Naidoo hatte später in einer Erklärung mitgeteilt, dass das Lied zugespitzt und vielleicht missverständlich sei.

Bei dem Treffen seien wichtige Punkte geklärt worden, sagte Kurz. „Das rechtsextreme Spektrum feiert den Song - da hat die Gruppe im Gespräch glaubhaft gemacht, dass sie auf dem Boden von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit steht“, sagte er. „Dieser Punkt stand ja für ganz viele in Frage. Jetzt gibt es eine klare Aussage.“ Er habe den Eindruck, dass sich die Band „so klar wie nie zuvor“ mit den gesellschaftspolitischen Wirkungen ihrer Musik auseinandersetzt.

NDR: „Erklärungen haben uns nicht überzeugt“

Der Radiosender NDR 2 distanzierte sich derweil von der Band, die sich dem Vorwurf des Rechtspopulismus ausgesetzt sieht. Der Radiosender NDR 2 zog sich jedoch mit Hinweis auf den Streit von der Präsentation eines Festivals am 26. Mai in Hannover zurück, bei dem auch die Söhne Mannheims auftreten. „Einige Textpassagen des Songs „Marionetten“ aus dem neuen Album der Söhne Mannheims passen einfach nicht zu NDR 2. Die Erklärungen der Band hierzu haben uns nicht überzeugt“, teilte Programmchef Torsten Engel auf der Homepage des Norddeutschen Rundfunks (NDR) mit. 

Das Festival war seit 17 Jahren von NDR 2 präsentiert worden. Eine ähnliche Entscheidung hatte zuvor der Sender Bremen Vier für ein anderes Konzert getroffen.

Alt-Bundespräsident Wulff: Keine Lust mehr auf Naidoo

Mit rechtspopulistischen Liedtexten begebe sich Naidoo "in die Nähe von Totengräbern der Demokratie, in die Nähe des Hasses", kritisierte Alt-Bundespräsident Christian Wulff gegenüber dem "Mannheimer Morgen" (Donnerstagsausgabe). "Ich mag seine Musik durchaus", verriet der Ex-Präsident. Er sehe aber "jedenfalls im Moment keine Veranlassung, seine Konzerte zu besuchen oder seine Platte zu kaufen". Naidoo verfüge als erfolgreicher Musiker über viel Macht, sagte Wulff. "Und wer über viel Macht verfügt, der hat auch viel Verantwortung." Er werfe Naidoo vor, "dass er seine Rolle nicht reflektiert hat".

dpa/afp

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