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Schätze aus der Sammlung von Yves Saint Laurent.

Weltrekordsumme für Yves Saint Laurent-Nachlass

Paris - Die Versteigerung von Yves Saint Laurents Kunstsammlung hat alle Erwartungen übertroffen: 306 Millionen Euro sind nach zwei von drei Tagen schon in die Kasse von Pierre Bergé geflossen, dem langjährigen Lebensgefährten des 2008 gestorbenen Modeschöpfers.

Damit ist die Sammlung mit 730 Kunstwerken und Objekten die teuerste, jemals versteigerte Privatsammlung der Welt. Der Schätzwert hatte ursprünglich 300 Millionen Euro betragen. Am Mittwochabend sollte die Christie's-Auktion im Grand Palais zu Ende gehen. Sie dürfte in die Geschichte des internationalen Kunstmarktes eingehen.

Seit dem Beginn der Auktion jagte ein Rekord den nächsten: Ein Werk von Henri Matisse kam für 35,9 Millionen Euro (einschließlich Aufpreis) unter den Hammer, ein neuer Höchstpreis für ein Werk des französischen Malers. Eine sensationelle Rekordsumme brachte auch die Holzfigur “Madame L.R“ von Constantin Brancusi, die auf maximal 20 Millionen Euro geschätzt wurde und schließlich für mehr als 29,1 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Mehr als den doppelten Schätzpreis brachte eine Farbkomposition von Piet Mondrian: Statt maximal 10 Millionen Euro wurde sie für mehr als 21,5 Millionen Euro zugeschlagen.

Schon der erste Auktionstag unter der 45 Meter hohen Glaskuppel im Gradn Palais hatte mit Paukenschlägen begonnen: Denn bereits nach knapp zwei Stunden erzielten die angebotenen Werke von Henri Matisse, Marcel Duchamp, Paul Klee und James Ensor mehr als 206 Millionen Euro und übertrafen den bis dahin gültigen “Weltrekord“ für eine Privatsammlung, den bisher die Kollektion Victor und Sally Ganz hielt. Sie war 1997 in New York für 206 Millionen Dollar versteigert worden.

Zur Überraschung von Christie's fand das auf 25 bis 30 Millionen Euro geschätzte Stillleben von Pablo Picasso “Musikinstrumente auf einem kleinen runden Tisch“ allerdings keinen Käufer. “Ich bin glücklich, denn ich werde es behalten. Meine Versteigerung hat nicht nur eine unerwartet hohe Verkaufssumme erzielt, ich behalte obendrein einen Picasso“, sagte der Geschäftsmann Bergé, der zusammen mit Yves Saint Laurent in 50 Jahren die einzigartige Sammlung aufgebaut hatte.

Der Höhepunkt am Dienstagabend war der von Eileen Gray entworfene Drachensessel, der für 21,9 Millionen Euro für fast mehr als das Zwanzigfache seines Schätzwertes versteigert wurde. Damit erzielte der zwischen 1917 und 1919 entstandene Art-Deco-Stuhl den zweithöchsten Preis, der jemals bei einer Auktion für ein Möbelstück erzielt wurde. Bei der Auktion mit Alten Meistern und Werken aus dem 19. Jahrhundert wurden am Dienstag 22,2 Millionen Euro umgesetzt.
Ein Höhepunkt war auch die Versteigerung der Goldschmiedearbeiten, die die beiden Pariser Wohnungen der kunstbesessenen Lebenspartner schmückten. Insgesamt wurden für die vergoldeten und versilberten Kerzenständer, Gefäße und Trinkpokale ein Gesamterlös 19,9 Millionen Euro erzielt. Allein für 14 Objekte aus dem Königshaus Hannover zahlten Kunstliebhaber 6,1 Millionen Euro.
In China herrschte Empörung darüber, das am Mittwoch zwei chinesische Tierköpfe aus dem 18. Jahrhundert nun doch versteigert werden konnten. Ein Pariser Gericht hatte einen Antrag Chinas, dies zu untersagen, abgelehnt. Die chinesische Regierung beharrt auf der Rückgabe der beiden Bronzefiguren, die bei der Plünderung des Sommerpalastes 1860 in Peking durch französische und britische Truppen erbeutet worden waren. Die Auktion widerspreche dem Geist internationaler Konventionen und verletze das chinesische Volk. Der Wert der beiden Tierköpfe, ein Hase und eine Ratten, wurde auf rund 10 Millionen Euro geschätzt.

Mit einem Großteil des Erlöses der Auktion will Bergé die medizinische Forschung, inbesondere die Aidsforschung, unterstützen.

dpa

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