"Wetten, dass...?": 20 Jahre Gottschalk mit einer Unterbrechung

Hamburg - Die Bilder gleichen sich: Als Thomas Gottschalk am 26. September 1987 zum ersten Mal die ZDF-Show "Wetten, dass...?" ansagte, trug er eine wallende, blonde Lockenpracht.

Wenn der mittlerweile 57-Jährige an diesem Samstag um 20.15 Uhr in Basel wieder aus der Sommerpause zum ZDF-Flaggschiff zurückkehrt, hat er sich äußerlich wenig verändert, abgesehen von ein paar Kilogramm mehr auf den Rippen. 20 Jahre ist der Entertainer jetzt bei "Wetten, dass...?" der Chef im Ring - allerdings mit einer Unterbrechung.

Von 1992 bis 1993 übernahm Wolfgang Lippert seinen Job bei "Wetten, dass...?" - doch weil das Publikum seinen Liebling wieder haben wollte, musste Gottschalk ab Herbst 1993 zurück zur größten deutschen Fernsehshow. Zwischendurch hatte er bei RTL als Late-Night- Moderator angefangen. 1995 endete sein Engagement beim Kölner Privatsender. Danach lieferte er - parallel zu "Wetten, dass...?" - ein Gastspiel bei Sat.1 und führte dort 50 Mal bis 1997 durch "Gottschalks Haus-Party".

Mit dem ZDF hat der gebürtige Franke, der hauptsächlich in seiner kalifornischen Wahlheimat Malibu lebt, einen Vertrag bis zum Jahre 2010. "Ich werde so lange weiter machen, wie mich das Publikum noch aushalten mag", gehört zu seinen Standardaussagen. 2010 wird er 60 Jahre alt. Bis dahin hält er "Wetten, dass...?" die Treue. Zuvor wird Gottschalk auf jeden Fall an neuen Projekten mitarbeiten. So wird er voraussichtlich im Frühjahr 2008 eine Casting-Show für Musicaldarsteller im ZDF moderieren.

Auch die Werbeindustrie findet in Gottschalk einen idealen Protagonisten: Seit Jahren ist er im Auftrag eines Gummibärchen- Produzenten unterwegs, demnächst übernimmt er auch die Werbebotschaften eines Kaffeerösters. Gottschalk ist kein Einzelkämpfer, die "Wetten, dass...?"-Produktionsfirma Dolce Media, in der sein Bruder Christoph die Geschäfte führt und in der viele Mitarbeiter beschäftigt sind, übernimmt auch Gottschalks Vermarktung und die anderer populärer Menschen.

Über seine TV-Präsenz kursieren immer wieder unterschiedliche Meinungen. Die einen werfen ihm vor, sein Gesprächsstil sei langweilig geworden, die anderen sagen, nur er habe noch das Charisma, "Wetten, dass...?" mit Quoten von zwölf bis 13 Millionen Zuschauern die Konkurrenz vom Leib zu halten. Eine jüngst veröffentlichte Umfrage der Zeitschrift "TV Guide" ergab, dass 39 Prozent der Zuschauer wegen der Person Gottschalk einschalten, 74 Prozent wegen der Kandidatenkunststücke.

Seinen Aufenthalt in Deutschland verbindet Gottschalk oft mit längeren werbeträchtigen Aktionen. Am Dienstag dieser Woche war er kurz nach seiner Ankunft im Zoologischen Garten in Berlin zu Gast und überreichte einen Spendenscheck über 40 000 Euro. "Früher waren wir beide hübscher, aber niedlich sind wir immer noch", sagte Gottschalk vor dem Bärengehege mit Eisbär Knut. Als sich der inzwischen fast 90 Kilogramm schwere Knut aufrichtete und vor dem Publikum Männchen machte, kommentierte der Showmaster dies mit: "Das hat er auch von mir."

Kurz zuvor war Gottschalk bei der Auswahl zum Preis der beleidigten Zuschauer (wird seit 18 Jahren vergeben) Dritter geworden: In "Wetten, dass...?" hatte er aufeinander gestapelte Bierdosen als "Hartz IV-Stelzen" bezeichnet. In Basel begrüßt Gottschalk in der 170. Ausgabe der Show unter anderem Fußball- Weltmeisterin Birgit Prinz, Komiker Michael ("Bully") Herbig, die Schauspieler Suzanne von Borsody und Michael Mendl, die Box-Brüder Vitali und Wladimir Klitschko sowie das Künstler-Ehepaar Paola und Kurt Felix. (dpa)

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