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Außer Atem und verschwitzt: Auf der Bühne gibt die US-Sängerin Whitney Houston alles.

Eine Diva, die nicht aufgibt

München – Whitney Houston ist nicht mehr die Alte. Beim Konzert in der Münchner Olympiahalle reißt sie ihre Fans trotzdem noch einmal mit.

Nein, so verheerend wie vom Boulevard schrill beschworen sind die Comeback-Konzerte der Whitney Houston keineswegs. Beim Auftritt in der Münchner Olympiahalle am Freitagabend jedenfalls gibt sich die 46-Jährige ersichtlich Mühe zu beweisen, dass man sie noch keineswegs abschreiben darf. Sicher, was sich schon beim letzten Münchner Konzert vor sechs Jahren abzeichnete ist nun Gewissheit – die mächtige, Oktaven umspannende Stimme, die sie berühmt machte, hat Houston nicht mehr.

Besser als alle Popmäuschen

Sie ist nicht mehr die, die sie mal war. Aber wer von uns ist das schon? Singen freilich kann die Frau immer noch – und sie demonstriert mit bewundernswerter Verve, dass sie all die bleichen Popmäuschen, die gerade gehört werden, nach wie vor mühelos in Grund und Boden singen kann. Das nimmt einen für Houston ein, selbst wenn man nicht ihr weltgrößter Fan sein mag.

Ihre Stimme kratzt und sackt auch mal für Momente weg – was bei so einer talentierten Sängerin eigentlich unerklärlich ist –, aber womöglich hört man ihr gerade deswegen so gerne zu. Sie ist wie die alte Lieblingsschallplatte. Voller Macken, aber immer noch Klassen besser als alle Handy-Klingeltöne dieses Planeten.

Kraftakt zum Sieg

Angetrieben von einer engagierten Band findet Houston über den Kampf ins Spiel, wie man im Fußball so gerne sagt. Und sie ist sich bewusst, dass es keinen anderen Weg zum Sieg gibt. Sie erringt ihn. Außer Atem und verschwitzt, aber wen kümmert es? Sie hat alle hämischen Nörgler in die Schranken gewiesen und ihren Fans wider Erwarten ein schönes Konzert beschert. Ein Kraftakt, der beweist, dass Houston doch über das verfügt, was man ihr lange abgesprochen hat: Seele.

Zoran Gojic

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