William feiert Geburtstag:

- London - Afrikanischer Trommelwirbel dröhnte durch die über 900 Jahre alten Gemäuer von Schloss Windsor. Menschen, die sich sonst nur im steifen Smoking begegnen oder die neueste Designer-Mode tragen, verkleideten sich als Medizinmänner, Löwen, Kleopatras, Bananen, Safari-Jäger und Kolonialherren. Zu seinem 21. Geburtstag wollte Prinz William, der es als seine Pflicht sieht, König zu werden, keine "sterile" Party. Seine 300 Gäste sollten sich zum Thema "Jenseits von Afrika" vergnügen.

<P>Getrübt wurde die Feier in der Nacht zum Sonntag aber durch eine ernste Sicherheitspanne: Die Polizei nahm einen Eindringling fest, der so nahe an Prinz William herangekommen war, dass er ihm ein Mikrofon aus der Hand reißen konnte. Innenminister David Blunkett hat eine Untersuchung des Zwischenfalls angeordnet. William, so berichtete die "News of the World", stand gerade barfüßig und mit nacktem Oberkörper auf der Bühne, als der verkleidete Mann auf ihn zusprang und laut schrie. "Die Gäste dachten zuerst, es ist ein Teil der Show", schrieb die Zeitung am Sonntag.</P><P>Für das Fest im Königsschloss hatte Prinz Charles seinem ältesten Sohn alle Wünsche erfüllt: Die Marimba-Band wurde aus Botswana eingeflogen, zwei Wüstenzelte kamen aus Marokko, typisch afrikanische Möbel wurden importiert. Die exotische Umwandlung von Schloss Windsor und die Versorgung der Gäste, unter anderem mit Champagner, Mix-Getränken, Wodka-Cocktails oder Fruchtsäften, soll laut "Daily Mirror" umgerechnet 700 000 Euro gekostet haben.</P><P>Schon seit Tagen war darüber spekuliert worden, wie die Queen (77) die Herausforderung des Afrika-Themas annimmt. Ihren Enkelsohn hatte sie schon im Voraus gebeten, bei seinen Gästen eine "zu starke Betonung" auf Kolonialismus und Empire zu vermeiden. Für sich wählte die Queen ein königliches Gewand aus Swaziland. Übertroffen wurde die echte Königin allerdings von Camilla Parker-Bowles, der Freundin von Charles, die mit einer afrikanischen Federkrone und einem gestreiften Massai-Gewand nach Meinung der Sonntagspresse eindeutig den Preistitel der "African Queen" davontrug.</P><P>Neben zahlreichen Mitgliedern der Königsfamilie hatte der Afrika-Fan William viele seiner Freunde aus der Schulzeit und von der Uni geladen. Auch sein Onkel Charles Spencer, der Bruder von Prinzessin Diana, und Dianas Schwestern, wurden nicht ausgelassen. Es war der Wunsch von William gewesen, wenigstens an diesem Tag die Fehden zwischen den Windsors und der Familie seiner Mutter zu vergessen.</P><P>Mit seinem Vater hatte William abgemacht, dass die "älteren Gäste" das Fest um 23.30 Uhr verlassen. Danach hatte der junge Prinz, so berichteten die Zeitungen am Sonntag, unter den zahllosen "Schönheiten" nur noch Augen für seine eigene "African Queen": Jessica Craig. Die 21 Jahre alte Tochter eines Umweltschützers hatte William 2001 in Kenia kennen gelernt. Die beiden sollen seitdem trotz aller Dementis Berichten zufolge unzertrennlich sein. "Sie war der Stargast", berichtete die "News of the World".</P><P>Im Vorfeld der Party hatte sich Prinz William in einem Interview erstmals über seine künftige Rolle als König geäußert. "Es ist nicht eine Frage des Wollens, es ist etwas, in das ich hineingeboren bin, und es ist meine Pflicht." Alle Gerüchte und Spekulationen, er wolle niemals König werden, seien "falsch", fügte William in dem äußerst freimütigen Interview hinzu. Lobende Worte fand er für seine Großmutter. Sie sei für eine "große Inspiration". Sie habe viele schwierige Situationen bestens gemeistert. "Für mich symbolisiert sie die Monarchie."</P><BR>

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