Amy Winehouse nach Drogenentzug außer Form

Lissabon/Madrid - Die britische Soulsängerin Amy Winehouse hat sich bei ihrem ersten großen Konzert nach dem Drogenentzug so gezeigt, wie die Fans sie kennen: fahrig, labil und indisponiert.

Zu ihrem Auftritt beim Rock-in-Rio-Festival in Lissabon erschien die 24-Jährige mit fast einstündiger Verspätung und wirkte nach dem Eindruck der portugiesischen Presse abwesend und angetrunken. "Ich hätte das Konzert wohl besser abgesagt", gestand die Sängerin den mehr als 90 000 Fans. "Meine Stimme singt nicht richtig. Ich kann nicht einmal das Mikrofon festhalten. Aber ich wollte so gerne hier sein."

Der Auftritt in Lissabon war das erste komplette Konzert von Amy Winehouse seit November 2007. Die für ihre Skandale und Drogenexzesse bekannte Musikerin hatte sich seither einer Entzugstherapie unterzogen und war nur zu bestimmten Anlässen wie der Verleihung der Grammy-Preise kurzzeitig aufgetreten. Das Konzert in Lissabon ging nach nur 55 Minuten zu Ende. Das Publikum hatte von der fünffachen Grammy-Preisträgerin ein paar mehr Lieder erwartet.

"Hallo Lissabon, ich bin wohl etwas spät dran." Mit diesen Worten betrat Winehouse die Bühne mit einer Zigarette in der Hand. Sie trug ein Kleidchen, das an den Stil der 60er Jahre erinnerte. In ihr Haar hatte sie ein Herzchen geheftet, auf dem der Name ihres Ehemannes Blake (Fielder-Civil) stand. "Wir hatten kürzlich den ersten Jahrestag unserer Hochzeit gehabt", berichtete die Sängerin. Ihr - ebenfalls drogenabhängiger - Mann sitzt seit Monaten wegen des Vorwurfs der Justizbehinderung in Untersuchungshaft.

Amy Winehouse kam während des Konzerts mehrfach ins Stolpern, musste bei den Liedertexten improvisieren und fluchte vor sich hin. All dies nahmen die Fans der Sängerin nicht übel. "Bei ihr hatte ich nichts anderes erwartet", sagte Festivalbesucherin Teresa Simes. "Solche Auftritte sind zu einem Markenzeichen von Amy Winehouse geworden." Bei Hits wie "Back to Black" oder "Rehab" tanzte ein Teil der 90 000 Fans, bei "Valerie" sang das Publikum begeistert mit.

Die Kritiker konnten die Begeisterung nicht teilen. "Nach diesem Auftritt ist die musikalische Zukunft von Amy Winehouse infrage gestellt", meinte die Lissabonner Zeitung "Dirio de Notcias". Das Konkurrenzblatt "Pblico" ergänzte: "Mit Musik hatte das Konzert nichts zu tun. Es erinnerte eher an die Zirkusspiele der alten Römer."

Die Sängerin und Songschreiberin gilt als eines der größten Talente der britischen Popszene. Sie wird häufig mit der Jazz-Legende Nina Simone verglichen. Ihre Musik reicht vom Jazz über den Soul bis zum Reggae. Mit ihrem Durchbruch zum Weltstar geriet sie vermehrt wegen ihres Alkohol- und Drogenkonsums und ihrer Ernährungsstörungen in die Schlagzeilen.

Zum Auftakt des Open-Air-Festivals traten zudem US-Sänger Lenny Kravitz und die Brasilianerin Ivete Sangalo im Bela-Vista-Park Lissabons auf. Zu den weiteren Höhepunkten der Show, die am kommenden Wochenende zu Ende geht, zählen die deutsche Teenie-Band Tokio Hotel, Bon Jovi, Rod Stewart, Alanis Morissette, Metallica oder Linkin Park.

Das Open-Air Festival, das in Rio de Janeiro in Brasilien erstmals veranstaltet wurde, findet bereits zum dritten Mal nach 2004 nicht am "Zuckerhut", sondern in Lissabon statt. Im vergangenen Jahr lockte es rund 350 000 Besucher an. Ende Juni gibt es zudem erstmals eine Ausgabe in Madrid.

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