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Dieser Kalender dürfte Herrn Putin gefallen

Studentinnen-Strip für Putin sorgt für Wirbel

Moskau - Ihre Posen sind sexy, die Liebesschwüre schlüpfrig - für einen Kalender zum 58. Geburtstag von Regierungschef Wladimir Putin haben sich russische Studentinnen in Dessous ablichten lassen.

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“Wladimir Wladimirowitsch, wir lieben Sie!“ und “Happy Birthday, Mr. Putin!“ steht auf dem Cover mit einem nackten Busen im Spitzen-BH. Die zwölf Schönheiten lassen keinen Zweifel daran, dass sie Putin nach der Wahl 2012 wieder als Präsident im Kreml sehen wollen.

Dass aber ausgerechnet Studentinnen der renommierten Moskauer Journalistik-Fakultät für Putin ihre Hüllen fallen ließen, sorgt bei vielen für Entsetzen. Immerhin studierte einst auch die Putin- Kritikerin Anna Politkowskaja an der Fakultät. Sie wurde an Putins Geburtstag am 7. Oktober vor genau vier Jahren erschossen.

Die Werbeaktion für Putin zeige auf erschreckende Weise, wie eng das Verhältnis von Presse und Macht heute sei, kommentierten Zeitungen. Offen machte Fakultätspräsident Jassen Sassurski seinem Ärger Luft: Das zeuge von “üblem Geschmack“, schlechter Erziehung und mangelnder Ethik. Empört reagierte auch die Dekanin Jelena Wartanowa, weil auf jedem Kalenderblatt “Journalistikfakultät“ steht.

Professorin Wartanowa fürchtet um den Ruf ihres Hauses - wie offenbar auch einige ihrer Studentinnen. In einer spontanen Gegeninitiative stellten sie eigene Kalender-Bilder ins Internet - mit Trauerkleidung und alle mit zugeklebtem Mund. Viele Studenten der Uni beklagen Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland. “Wladimir Wladimirowitsch, wir haben einige Fragen...“, steht auf dem Titelbild. “Wer tötete Anna Politkowskaja?“, lautet eine davon.

“Warum sollte man denken, dass an der Fakultät nur Oppositionelle studieren“, sagte der Absolvent und Verleger Wladimir Tabak Moskauer Medien. Die mit vollen Namen abgelichteten Mädchen hätten Grips und eine eigene Meinung. Mit dem Fotoshooting wollten sie Putin auf ganz persönliche Weise, aus reinem Herzen und in ihrer ganzen Schönheit gratulieren. 50 000 Stück des Wandkalenders 2011 sind auf dem Markt - für umgerechnet gut 6 Euro pro Exemplar.

“Sie haben die Waldbrände gelöscht - aber ich stehe immer noch in Flammen!“, lautet einer der Begleitsprüche zu den edlen Hochglanz- Fotos im Stil des “Playboy“-Kalenders. “Wie wär's mit einem dritten Mal?“, fragt das Februar-Mädchen Anetta Galina - wohl auch in Anspielung auf eine mögliche dritte Amtszeit Putins als Präsident nach der Wahl 2012, die ihm die Rückkehr in den Kreml erlaubt. “Sie sind der Beste!“, jubelt eine andere Studentin.

Das am leichtesten bekleidete Dezember-Girl Ksjuscha Selesnjowa lässt sich mit Mobilnummer ablichten: “Ich will persönlich gratulieren“ - steht über der Nummer, bei der aber niemand abnimmt. Ärger an der Uni? Den befürchten die jungen Frauen nicht, wie Jelena Gornostajewa vom März-Kalenderblatt der Internetzeitung gzt.ru sagte.

Medien schrieben die Aktion der oft als Putin-Jugend bezeichneten Organisation Naschi (Die Unsrigen) zu, deren Sprecherin Kristina Potuptschik als erste auf den Kalender hinwies. Putins Sprecher Dmitri Peskow wurde mit den Worten zitiert, dass dies eine private Initiative sei. “Was den Geschmack angeht, so ist das eine persönliche Sache“, meinte er.

Kritische Blogger fanden, dass mit dem Kalender vor der Wahl einmal mehr Putins Image von einem potenten Mann im besten Alter gepusht werden solle. Das Boulevardblatt “Moskowski Komsomolez“ fragte dagegen, was wohl Putins Ehefrau von diesem Scherz hält.

Für die Russen aber gehört der Personenkult um Putin längst zum Alltag. Findige Unternehmer haben jeweils mit leichter Abwandlung seines Namens zum Beispiel eine Wodka-Marke, Eiscreme und Fertignahrung in Konserven auf den Markt gebracht. Zudem hat Putin sich selbst oft in betont männlichen Posen gezeigt: als Biker in Lederkluft, Kampfbomber-Pilot oder Angler mit freiem Oberkörper.

dpa

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