Die wundersame Wandlung der Prinzessin Letizia

Von einer Schönheitsoperation war nie die Rede. Prinzessin Letizia habe sich einem Eingriff an der Nase unterzogen, weil sie unter Atembeschwerden litt, teilte das spanische Königshaus in einem Kommuniqu© mit.

Die Palastärzte hätten der Frau von Kronprinz Felipe ausdrücklich zu der Operation geraten. Das Resultat des Eingriffs konnten die Spanier im Fernsehen und auf den Titelblättern der Regenbogen-Gazetten bewundern: Die Gesichtszüge der 35-jährigen Prinzessin sehen ganz anders aus als vorher.

Letizias Profil wirkt ausgeglichener und weicher. Die Ärzte haben die Nasenscheidewand korrigiert, damit die Prinzessin freier atmen kann. Und bei dieser Gelegenheit begradigten und verschönerten sie auch die äußere Form der Nase. "Es ist nicht nur die Nase, das gesamte Gesicht ist nicht mehr dasselbe", befindet der Königshausexperte Jaime Peafiel. "Auch der Blick hat sich geändert." Die Atembeschwerden hält er für einen Vorwand: "Das war eine reine Schönheitsoperation! Die Septo-Rhino-Plastik (Nasenkorrektur), von der im offiziellen Kommuniqu die Rede ist, bedeutet einen Etikettenschwindel."

Die Klatschpresse war hingerissen vom neuen Gesicht der Prinzessin. Die Blätter veröffentlichten ganze Serien von Letizia-Fotos vor und nach der Operation. Die Tageszeitung "ABC" wollte wissen, wer denn der "Autor des neuen Profils" war. Sie kam zu dem Ergebnis, dass es sich dabei um keinen Geringeren als den Präsidenten der Spanischen Gesellschaft für Plastische Chirurgie, Antonio Porcuna Gutirrez, handeln müsste.

Andere Blätter nahmen Letizias neue Nase von einer komischen Seite. "Spaniens Karikaturisten sind verzweifelt, weil sie das Gesicht der Prinzessin nun nicht mehr hinbekommen", witzelte "El Mundo". Die Satirezeitschrift "Jueves" versah ein Foto des Thronfolgers und der "neuen Letizia" mit dem Untertitel: "Untreue im Königshaus - Felipe mit einer Unbekannten überrascht".

Die Frau des Kronprinzen hat indessen nicht nur ihre Gesichtszüge verändert, sondern auch ihren Stil. Seit knapp zwei Monaten zeigt die Prinzessin sich in modisch geschnittenen Kleidern mit kräftigen Farben. Ihr Stil wirkt frischer und jugendlicher als bisher. Die bislang bevorzugten Textilien, die überwiegend in Grautönen oder blassen Farben gehalten waren, scheint sie aus ihrer Garderobe aussortiert zu haben.

Experten erklären den Wandel so: Die Prinzessin habe bislang auf einen konventionellen Stil gesetzt, weil sie als Neuling im Königshaus keinen Fehler begehen und keinen Anstoß erregen wollte. Immerhin stand sie - vor allem bei Traditionalisten - unter genauer Beobachtung, denn sie ist die erste Bürgerliche und die erste geschiedene Frau in der Geschichte der spanischen Monarchie, die einen Thronfolger heiratete.

Gut vier Jahre nach der Hochzeit scheint sie Selbstvertrauen gewonnen zu haben und sich an einen moderneren Modestil heranzuwagen. "Die Prinzessin hatte bisher Seriosität und Sicherheit ausstrahlen wollen", erläutert die Modeexpertin Montse Guals. "Aber ihr nüchterner Stil entsprach mehr ihrem Amt als ihrem Alter." Zudem strahlte er eine gewisse Kühle und Distanz aus.

Bei der Eröffnung einer Madrider Modemesse im Juli überraschte die Prinzessin die Teilnehmer mit einem eng geschnittenen Kleid in kräftigem Grün. Der Auftritt markierte den Beginn eines radikalen Stilwandels. In Fachkreisen erntete Letizia mit ihrem neuen Modestil einhelliges Lob. Die Zeitschrift "Vanity Fair" nahm die Prinzessin in die Liste der bestgekleideten Frauen der Welt auf.

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