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Xavier Naidoo wird für Deutschland beim ESC antreten. 

Entscheidung gefällt vielen nicht

Xavier Naidoo beim ESC: So wehrt er sich gegen Kritik

Berlin - Sänger Xavier Naidoo hat viel Kritik einstecken müssen, seit die einsame Entscheidung der ARD bekannt wurde, ihn direkt zum ESC zu schicken. So äußert er sich dazu.

Xavier Naidoo wehrt sich gegen Kritik an seiner Kür zum deutschen Teilnehmer des Eurovision Song Contest 2016. „Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander“, sagte der 44 Jahre alte Musiker laut einer NDR-Mitteilung vom Donnerstagabend.

Der Sender, der den Wettbewerb für die ARD betreut, hatte am Donnerstag angekündigt, dass Naidoo für Deutschland beim ESC in Stockholm im Mai antrete. Die Zuschauer sollen im Februar nur noch das Lied bestimmen. Die Entscheidung sorgte für Empörung - etwa beim Lesben- und Schwulenverband (LSVD). Auch aus der SPD-Fraktion kam Kritik. Im Internet gab es zwei Petitionen gegen die Teilnahme des Sängers mit mehreren tausend Unterstützern.

Mehrfach hatte Naidoo, Mannheimer mit indischen und afrikanischen Wurzeln, Diskussionen ausgelöst - etwa, als er 2014 am Tag der Deutschen Einheit vor rechtspopulistischen Reichsbürgern sprach, die Deutschland nicht als souveränen Staat anerkennen. 2011 hatte er in der ARD erklärt: „Wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land.“ 2012 sorgte der Text des Liedes „Wo sind“ von Naidoo und Kool Savas für Ärger. Dort geht es in sehr vulgärer Sprache um Kindermorde - Passagen wurden als schwulenfeindlich kritisiert, Homosexuelle würden mit Pädophilen gleichgesetzt.

Naidoo: Froh, in einem "bunten" Deutschland zu leben

Naidoo widersprach der Kritik. Er sei froh, in einem „bunten“ Deutschland zu leben, mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Religionen. „Ich habe auch immer betont, dass ich die Auffassung der sogenannten Reichsbürger nicht teile, von denen ich mich auch öffentlich deutlich distanziert habe.“ Er stehe für Meinungsfreiheit, erklärte er. „Es ist allerdings schade, dass Menschen, die mich ganz offensichtlich nicht kennen, aufgrund unzutreffender Darstellungen substanzlos und schlecht über mich reden.“

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sagte: „Für uns war es wichtig, mit jemandem anzutreten, der über eine hervorragende Bühnenpräsenz verfügt, der ein sehr guter Sänger ist und der mit uns auf die Suche nach einem Lied geht.“ Naidoo sei weder rechtspopulistisch noch homophob oder antisemitisch. „Dass Xavier Naidoo polarisiert, wussten wir.“

Die SPD-Fraktionsvize im Bundestag Eva Högl kritisierte den Schritt. „Ich wundere mich über die Entscheidung der ARD und finde sie falsch“, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Seine homophoben Äußerungen und seine Nähe zu den „Reichsbürgern“ finde ich abstoßend.“

Lesen Sie dazu auch: Kommentar zu Xavier Naidoo beim ESC: Das maximale Fettnäpfchen

dpa

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