Yoko Ono verzichtet auf Klage gegen McCartney

- New York - Im Streit mit Paul McCartney um die Autoren- Nennung bei zahlreichen Beatles-Songs hat John Lennons Witwe Yoko Ono auf eine gerichtliche Klage verzichtet. Nach dem Motto der Beatles-Hymne "Give Peace a Chance" (Gib dem Frieden eine Chance) will Ono jedoch nicht verfahren. Sie sei entrüstet über McCartneys Versuch, "die Beatles-Geschichte umzuschreiben", sagte ihr Sprecher Elliot Mintz nach US-Medienberichten vom Mittwoch.

<P>Ono erwarte, dass eine alte Abmachung, wonach Songs der beiden Beatles unter "Lennon- McCartney" veröffentlicht werden, auch weiterhin Gültigkeit habe.</P><P>Bei dem seit langem gärenden Streit geht es darum, dass McCartney bei Neuveröffentlichungen von Beatles-Songs seinen Namen vor dem des einstigen Bandleaders sehen will. Erstmals hatte er auf dem Cover seines kürzlich erschienenen Doppelalbums "Back in the U.S. Live 2002", auf dem Mitschnitte seiner letzten US-Tournee zu hören sind, bei 19 Titeln "Paul McCartney and John Lennon" als Songautoren genannt. "Das ist zweifellos versuchter Beatles-Revisionismus", erklärte Mintz. Im Gegensatz zu Medienberichten vom Dienstag, wonach Ono deswegen McCartney vor Gericht bringen wolle, habe sie aber längst von einer Klage Abstand genommen.</P><P>Derweil erklärte McCartneys Sprecher Geoff Baker, die seit langem bestehenden Meinungsverschiedenheiten seien "keine entscheidende Angelegenheit". Zugleich machte er klar, dass McCartney auf seinem Standpunkt beharrt: "Selbst wenn Paul 95 Prozent oder mehr von manchen Songs geschrieben hat, verlangt er ja nicht, dass Lennons Name getilgt wird. Er sollte halt bloß nicht als erster erscheinen." Anders als von Ono behauptet, habe es zwischen McCartney und dem Chef-Beatle nie ein feste Abmachung darüber gegeben, wer zuerst als Songautor genannt werden soll.</P><P>Die Auseinandersetzungen, die nun mit der Veröffentlichung des McCartney-Albums einen neuen Höhepunkt erreichten, waren schon vor sieben Jahren an die Öffentlichkeit gelangt. 1995 hatte McCartney Lennons Erbin um Zustimmung dafür gebeten, dass er im Rahmen der "Anthology"-Serie seinen Namen vor dem des 1980 ermordeten Lennon nennt. Ono hatte empört abgelehnt. "Das ist genau einer der Gründe dafür, dass wir nicht die besten Freunde sind", hatte McCartney Jahre später in einem Interview gesagt.</P><P>Tatsächlich hatte der Streit noch viel früher als 1995 begonnen. Und im Hintergrund geht es durchaus nicht nur um die Ehre, sondern auch um Geld. Nachdem McCartney den Welthit "Yesterday" - nach Überzeugung von Musikhistorikern - nicht nur allein geschrieben, sondern zunächst auch allein aufgenommen hatte, stimmte er bei der Veröffentlichung 1965 zu, dass Lennon mit als Autor genannt wird. Ono habe an dem Song "zu bestimmten Zeiten mehr verdient als ich", klagte McCartney vor zwei Jahren in einem Interview.</P>

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