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Kachelmann-Prozess nimmt unerwartete Wendung. Zwei seiner Anwälte arbeiten nicht mehr für ihn.

Kachelmann wechselt Verteidiger aus

Karlsruhe - Wie geht es im Kachelmann-Prozess weiter? Zwei von Kachelmanns Verteidigern sind in dem Vergewaltigungsprozess nicht mehr dabei. Wie es zu der überraschenden Wende kam, ist noch unklar.

Rätselraten um den Fortgang des Kachelmann- Prozesses: Vor der entscheidenden Phase in seinem Vergewaltigungsprozess hat Jörg Kachelmann sein Verteidigerteam umgebaut. Nach der Trennung von Hauptanwalt Reinhard Birkenstock bestätigte auch der zweite Wahlverteidiger des Moderators am Dienstag sein Ausscheiden. Kachelmann habe ihn am Montag per E-Mail informiert, sagte der Karlsruher Strafverteidiger Klaus Schroth. Neuer Wahlverteidiger des Wettermoderators soll der Hamburger Staranwalt Johann Schwenn werden, der bereits zahlreiche Prominente vertreten hat - unter anderem den ehemaligen RAF-Terroristen Peter- Jürgen Boock und das VW- Vorstandsmitglied Klaus Volkert.

Die Gründen des Verteidigerwechsels waren am Dienstag immer noch unklar. Weiterhin bleibt Kachelmanns Pflichtverteidigerin Andrea Combé am Verfahren beteiligt. “Er hat mir gedankt für meine Arbeit und hat gesagt, dass er einen neuen Verteidiger hat“, sagte Schroth. Kachelmann habe die Entscheidung nicht weiter begründet. “Natürlich war das überraschend.“ Kachelmann habe angekündigt, dass er sich mit ihm noch in Verbindung setzen werde. “Ich habe keinen Grund, Herrn Kachelmann böse zu sein.“

Schroth war von Birkenstock zunächst bei der Einlegung der Haftbeschwerde hinzugezogen worden; vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe hatten sie im Juli die Freilassung Kachelmanns nach mehr als 130 Tagen Untersuchungshaft erreicht. Kachelmann steht in Mannheim vor Gericht, weil er beschuldigt wird, seine Ex-Freundin vergewaltigt zu haben. Der Moderator weist diesen Vorwurf jedoch zurück. An diesem Mittwoch soll der Prozess nach einer zweiwöchigen Unterbrechung fortgesetzt werden. “Es ist der merkwürdigste Prozess, den ich je gehabt habe“, sagte Schroth.

Er kritisierte, dass manche Zeugen schon vor ihrer Aussage Exklusivverträge mit Medien geschlossen haben. “Da drohen amerikanische Verhältnisse. Das ist nicht mehr der Strafprozess, den ich richtig finde.“ Der Prozess gegen den Schweizer Kachelmann hatte vor rund drei Monaten begonnen und soll sich bis ins kommende Jahr hinziehen.

dpa

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