Zwischen Glamour und Kriegsangst: Die 53. Berlinale

- Berlin - So viele Hollywoodstars und Regiegrößen wie schon lange nicht mehr haben sich vom 6. bis 16. Februar) zur 53. Berlinale angekündigt. George Clooney, Meryl Streep, Richard Gere, Nicole Kidman, Dustin Hoffman, Nicolas Cage, Oliver Stone, Claude Chabrol, Gong Li und Catherine Zeta-Jones sind nur einige Namen auf der illustren Gästeliste der Internationalen Filmfestspiele in Berlin.

<P>Dazu hat Festivalchef Dieter Kosslick auch den deutschen Filmemachern wieder viel Platz im offiziellen Wettbewerb eingeräumt: Mit Oskar Roehler, Wolfgang Becker und Hans-Christian Schmid gehen drei deutsche Regisseure ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Gleich drei rote Teppiche gibt es dieses Mal vor den verschiedenen Festivalkinos.</P><P>"Ich habe nicht das Gefühl, dass ich alleine auf dem roten Teppich stehen werde", sagt Kosslick. Das meint der 54-Jährige gar nicht ironisch. Sollte nämlich der Irak-Krieg losgehen, ist mit einer Absagewelle von Stars zu rechnen. Vor allem aus Furcht vor dem Flug über den Atlantik werden dann viele amerikanische Schauspieler den Weg nach Berlin nicht machen wollen. Das hat das Festival beim Golfkrieg 1991 schon einmal erlebt, als es Absagen nur so hagelte. Im Moment gebe es dafür aber keine Anzeichen, so Kosslick. "Das kann sich aber in Sekundenschnelle ändern", meint er.</P><P>Mit dem diesjährigen Berlinale-Motto "Towards Tolerance" (etwa: Übe Toleranz) will das Festival auch politisch Stellung beziehen. Die Filmfestspiele wollen zeigten, dass es einen friedlichen künstlerischen Wettbewerb von Filmemachern aus aller Welt geben kann. "Wir halten das für eine Alternative zu anderen Methoden, sich in der Welt durchzusetzen", sagt Kosslick, der das Festival jetzt zum zweiten Mal leitet. Im Kriegsfall will die Berlinale spontan mit Diskussionsrunden und einer "filmischen Manifestation" reagieren.</P><P>Insgesamt 300 Filme sind während des elftägigen Festivals zu sehen. Filmemacher aus 46 Länder stellen ihre neuen Werke im offiziellen Wettbewerb, im Panorama, im Internationalen Forum des Jungen Films, beim Kinderfilmfest und in der Reihe Perspektive Deutsches Kino vor. Der European Film Market für Filmeinkäufer zeigt weitere 380 Produktionen. Die 22 Wettbewerbsfilme kommen von Regiestars wie Claude Chabrol, Steven Soderbergh, Zhang Yimou, Patrice Chéreau, Spike Lee und Michael Winterbottom. George Clooney gibt mit "Confessions of a Dangerous Mind" sein Regiedebüt. Viel intelligente Unterhaltung, aber eben auch Filme mit eindeutig politischer Aussage prägen nach Angaben von Kosslick den Wettbewerb. Immer wieder gehe es zum Beispiel um das Schicksal von Flüchtlingen.</P><P>Der deutsche Film ist mit einer Rekordzahl von 59 Produktionen in den verschiedenen Sektionen des Festivals vertreten. Wolfgang Becker zeigt seine DDR-Komödie "Good Bye, Lenin!", Oskar Roehler ist mit dem Liebesdrama "Der alte Affe Angst" dabei, Hans-Christian Schmid mit dem an der deutsch-polnischen Grenze spielenden Episodenfilm "Lichter". Heinz Badewitz, Leiter der Berlinale-Reihe German Cinema, ist optimistisch: "Der deutsche Film ist viel besser als er zur Zeit im Kino aussieht." Es komme jetzt eine ganz neue Generation von Filmemachern, die vor allem die digitale Filmtechnik nutzten.</P><P>Zur Eröffnung am 6. Februar gibt es aber keine Experimente, sondern großes Hollywoodkino. Richard Gere, Catherine Zeta-Jones und Renee Zellweger zeigen im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz ihren bereits mit drei Golden Globes ausgezeichneten Musicalfilm "Chicago". Das verspricht pures Vergnügen. Ganz sanft weist Festivalchef Kosslick darauf hin, dass die Berlinale bei aller aktuellen Diskussionen schließlich keine politische Veranstaltung ist. "Ein Filmfestival ist ein Filmfestival ist ein Filmfestival", sagt er in Anlehnung an Gertrude Stein.</P>

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