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Corona-Alarmstufe Rot: Welche Verschärfungen das RKI den Ländern nun vorschlägt

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Von: Patrick Mayer

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3G: Vielerorts gelten zwischen Österreich (hier Salzburg) und Deutschland im November 2021 wieder strengere Corona-Regeln.
3G: Vielerorts gelten zwischen Österreich (hier Salzburg) und Deutschland im November 2021 wieder strengere Corona-Regeln. © IMAGO / Rolf Poss

3G plus oder 2G? Überall in Deutschland werden wieder strengere Corona-Regeln diskutiert. Was das RKI vorschlägt. Und was wann gelten würde. Ein Überblick.

München - Die 7-Tage-Inzidenz sollte ja eigentlich keine Rolle mehr spielen. Zu den pandemischen Geschichtsbüchern gelegt werden, sozusagen. Denkste! Mit der vierten Coronavirus-Welle ist auch der Maßstab für die Maßnahmen zurück, der seit mittlerweile mehr als eineinhalb Jahren im Föderalstaat Bundesrepublik polarisiert.

Corona-Pandemie in Deutschland: Wieder hohe Infektionszahlen und Auslastung der Intensivstationen

Und noch etwas ist zurück: die sogenannte Corona-Ampel. Unterteilt in die Farben grün, gelb und rot. Wobei sie eigentlich nie weg war, in der Erleichterung der warmen und milden Sommermonate wurde sie wohl eher aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt. Denn: Schon Mitte September hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) sogenannte Leitindikatoren, Schwellenwerte und Stufen.

Ausgerechnet in Bayern, wo Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lange einen harten Pandemie-Kurs fuhr, ist die Corona-Ampel Anfang November - angesichts vieler Landkreise mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen - auf Rot (Stufe 2) gesprungen. Als ein Grund wird im Südosten eine niedrigere Impfquote als in vielen anderen Bundesländern angeführt. Doch, was besagt Stufe 2 (Rot) der RKI-Leitindikatoren?

Corona-Pandemie: RKI-Leitindikatoren in der vierten Welle

RKI-Leitindikatoren:Stufe 2 (Rot):
7-Tages-Inzidenz (Wie viele Fälle auf 100.000 Einwohner?)> 100
7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz (Wie viele Menschen müssen wegen Corona ins Krankenhaus?)> 5
Anteil Covid-Intensivpatienten an Kapazitäten auf Intensivstationen> 12 %

Wenn zwei der drei Leitindikatoren die jeweiligen Kriterien drei Tage in Folge erfüllen, ist eine neue „Alarmstufe“ der Corona-Ampel erreicht. Das wirklich alarmierende daran: Verschiedensten Berichten zufolge stecken geimpfte Menschen eine Corona-Infektion, Impfdurchbruch genannt, gut weg. Und dennoch füllten sich die Intensivstationen Anfang November vielerorts wieder mit Covid-Patienten. Tendenz stark steigend.

Im Video: Verdopplung der Corona-Intensivpatienten - Mediziner mahnen vor Horror-Szenario

„Bei einer Inzidenz von 300 erwarten wir bundesweit etwa 4500 Covid-Patienten mit großen regionalen Unterschieden“, erklärte Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), mit Blick auf den Winter der Augsburger Allgemeinen. Dies entspräche dann dem Vorjahresniveau. Aber, was schlägt das RKI den Bundesländern nun als Corona-Regeln bei Stufe 2 vor? Der Reihe nach: Hier kommen zuerst die 3G+, die 2G und sogar die sogenannte 2G+-Regeln ins Spiel.

Corona-Pandemie in Deutschland: 3G+, 2G oder 2G+ welche Regel für was steht

3G+Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen PCR-Test vorlegen, der maximal 48 Stunden alt sein darf.
2G-RegelNur noch Geimpfte und Genesene dürfen mit entsprechendem Nachweis in Innenräume (z.B. Gastronomie). Das gilt auch für Personal. Maskenpflicht und Abstandsregeln entfallen.
2G+Geimpfte und Genesene müssten zusätzlich einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die 2G+-Regel hatte sich Anfang November noch nicht durchgesetzt, auch nicht 2G. Doch das Thema wurde bereits viel intensiver diskutiert, so meinte etwa CSU-Chef Söder am 7. November in der ARD-Sendung „Anne Will“ zu 2G: „Dort, wo die Ampel auf Rot springt, wird das kommen.“ Was das heißen könnte? Die Vorschläge des RKI, wieviele „Gs“ anzuwenden sind, sehen wie folgt aus:

Corona-Ampel: Arbeitsplatz, Schulen und Gastronomie - welche Vorschläge das RKI macht

Lebensbereich:Stufe 2 (rote Corona-Ampel):
Zugang zu Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen3G+, zudem weniger Personen reinlassen
Betriebe, Unternehmen (Arbeitsplatz)2G+, Mitarbeiter mind. 3x die Woche testen, Home Office empfohlen
Universitäten, FHs, Berufsschulen3G+, Distanzveranstaltungen erwägen
KiTas, Schulen3G für Lehrer und Erzieher, Distanzunterricht erwägen
Personennah- und FernverkehrIm Fernverkehr 3G+ plus Sitzplatzreservierung, Im Nahverkehr Reduktion Fahrgastzahl
Einzelhandel3G+
Innengastronomie2G+
Bars, Clubs und Discos2G+, Schließung erwägen
Hotels und Pensionen3G+
Sport im Innenbereich (Hallen, Fitnessstudios)3G+ in Hallen, 2G+ in kleineren Räumen, Reduktion der Personenzahl

An allen Örtlichkeiten werden zudem Schutzkonzepte wie Abstand, teils Maskenpflicht und ohnehin gängige Hygieneregeln empfohlen. (pm)

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