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RKI warnt vor Affenpocken: Sieben Fälle in Großbritannien entdeckt - Eine Gruppe besonders betroffen

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Von: Jennifer Lanzinger

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Affenpocken
Diese vom Robert Koch-Institut (RKI) zur Verfügung gestellte elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Affenpockenvirus. In Großbritannien sind vier weitere Fälle erfasst worden. © Andrea Männel/RKI/dpa

Nachdem gleich mehrere Fälle der Affenpocken in Großbritannien registriert wurden, äußert sich nun auch das Robert Koch-Institut. Vor allem Männer sollen unter Umständen auf Hautveränderungen achten.

Berlin - Gleich mehrere Fälle der Affenpocken wurden bei Menschen in Großbritannien registriert, nun möchte auch das Robert Koch-Institut in Deutschland vor allem Ärzte für die Virusinfektion sensibilisieren. Das Virus ruft zumeist nur milde Symptome hervor, kann jedoch auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Besonders auffällig: in Großbritannien wurden die letzten vier Fälle bei Männern registriert, die zuvor mit einem anderen Mann Geschlechtsverkehr hatten.

RKI warnt Ärzte vor Affenpocken: Sieben Fälle in Großbritannien entdeckt - Ein Detail besonders auffällig

In einem vom RKI veröffentlichten Beitrag heißt es, angesichts der Fälle im Vereinigten Königreich sollten Affenpocken auch dann bei unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden, wenn die Betroffenen nicht in bestimmte Gebiete gereist seien. Wie das RKI weiter erklärt, sollten Männer, die Sex mit Männern haben und ungewöhnliche Hautveränderungen an sich feststellen, „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen“.

In Großbritannien hatte sich die Zahl der erfassten Fälle der seltenen Erkrankung nach Angaben der Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) von Montag auf sieben erhöht. Verbindungen zwischen Betroffenen sind nur teilweise bekannt. Teils sei unklar, wo sich Betroffene angesteckt haben. Bei vier jüngst gemeldeten Fällen handele es sich um Männer, die sexuellen Kontakt mit anderen Männern hatten. Sie sollen sich in London angesteckt haben.

Affenpocken in Großbritannien entdeckt - Virus ruft meist nur milde Symptome hervor

Die erste Infektion, die Anfang Mai in Großbritannien bekannt geworden war, soll hingegen auf eine Ansteckung in Nigeria zurückgehen. Daraufhin hatten britische Experten betont, dass die Affenpocken nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragen würden und dass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung sehr gering sei. Am 20. Mai wurde nun auch der erste Affenpocken-Fall in Deutschland offiziell bestätigt.

Die Virus-Erkrankung ruft nach Angaben der UKHSA meist nur milde Symptome hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Ansteckend seien nur symptomatisch Erkrankte bei engem Kontakt. Nach UKHSA-Angaben zählen zu den ersten Krankheitsanzeichen: Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Schüttelfrost und Erschöpfung. Es könne sich ein Ausschlag entwickeln, der sich oft ausgehend vom Gesicht auf andere Körperteile ausbreite. Der Ausschlag sehe je nach Phase unterschiedlich aus und könne Windpocken und Syphilis ähneln.

Pocken galten eigentlich bereits als ausgerottet - Affenpocken seit 2017 vermehrt registriert

Die Pocken des Menschen gelten seit 1980 nach einer großen Impfkampagne weltweit als ausgerottet. Wie das RKI erläutert, haben weite Teile der Weltbevölkerung mittlerweile allerdings keinen Impfschutz mehr. In Nigeria würden nun seit 2017 vermehrt Affenpockeninfektionen beim Menschen diagnostiziert - und Fälle in Verbindung mit Reisen dorthin vor allem im Vereinigten Königreich.

Fachleute vermuten, dass der Erreger der Affenpocken in Nagetieren zirkuliert, Affen gelten als sogenannte Fehlwirte. „Infektionen können durch Kontakt mit Sekreten infizierter Tiere übertragen werden“, heißt es im RKI-Bericht. Übertragungen von Mensch zu Mensch durch Kontakte mit Körperflüssigkeiten oder Krusten seien mit Infektionsketten von bis zu sechs Menschen beschrieben. „Auch die sexuelle Übertragung von Pockenviren ist möglich“, hieß es.

In einem Fachartikel von 2019 hielten drei RKI-Mitarbeiter fest: „Außerhalb von Afrika wurden Affenpocken bei Menschen lediglich dreimal identifiziert: im Jahr 2003 in den USA und im Jahr 2018 im Vereinigten Königreich und Israel“. Die meisten Menschen - über 30 Fälle wurden erfasst - steckten sich demnach in mehreren US-Bundesstaaten an. In die USA sei das Virus mit dem Transport 800 kleiner Säugetiere aus Ghana eingeschleppt worden. Die Betroffenen sollen sich nicht direkt bei diesen Tieren angesteckt haben, sondern durch Kontakt zu Präriehunden, die vor ihrem Weiterverkauf in der Nähe der ghanaischen Tiere gehalten worden waren.

Eine Corona-Doku sorgt währenddessen für Aufsehen. Noch immer infizieren sich täglich tausende Menschen mit dem Coronavirus, eine Dokumentation beleuchtete nun den Ursprung der Pandemie. Hielt China brisantes Wissen zurück?

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