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Isolation wegen Affenpocken sinnvoll? Mediziner klärt auf und fokussiert sich auf ein Symptom

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Von: Marcus Giebel

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Affenpocken verbreiten sich in Deutschland. Dem will Karl Lauterbach mit einer Isolation von mindestens 21 Tagen entgegenwirken. Ein Mediziner gibt seine Einschätzung ab.

München - Wieder stellt sich Deutschland die Frage: Was ist angesichts einer drohenden Ansteckungsgefahr angemessen und zielführend? Wegen der Corona-Pandemie griff die Politik bereits zu diversen Werkzeugen, um die Virusverbreitung möglichst einzudämmen und zu verlangsamen. Da waren Kontakt- und teilweise auch Ausgangsbeschränkungen, strikte Abstandsregeln, Maskenpflicht, Isolation für Infizierte und Quarantäne für Kontaktpersonen.

Nun, im Frühjahr 2022, heißt die Herausforderung Affenpocken. Und diesmal soll die Isolation als wichtigstes Instrument helfen, eine echte Welle der aus Teilen Afrikas bekannten Viren zu verhindern. Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte, „hart und früh“ zu reagieren, gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt er eine Isolation für mindestens 21 Tage, der gleiche Zeitrahmen gilt für unmittelbare Kontaktpersonen.

Isolation wegen Affenpocken: Mediziner hält sie wegen Pusteln für sinnvoll

Mit bis zu 21 Tagen wird auch die Inkubationszeit - also die Zeitspanne zwischen Infektion und Krankheitsausbruch - angegeben, während der der Infizierte aber noch nicht ansteckend ist, wie Dr. Christoph Specht bei RTL betont. Der Allgemeinmediziner und aus dem TV bekannte Medizinjournalist hält die Isolation vor allem wegen eines Symptoms für sinnvoll. Denn neben Fieber und Kopf- oder Rückenschmerzen treten auch Bläschen auf der Haut auf.

Über die durch die Affenpocken hervorgerufenen Bläschen oder Pusteln sagt Specht: „Dort ist das Virus drin. Solange der Patient diese Pocken, diesen Hautausschlag hat und diese Pusteln immer wieder aufgehen, kann man sicher sein, dass er infektiös ist.“ Es gelte: „Wenn die Pocken aufgehen, aufplatzen oder sich der Betroffene kratzt, tritt Flüssigkeit hinaus, die hochansteckend ist.“

Eine behandschuhte Hand hält ein Teströhrchen über einem Blatt mit dem Laborergebnis zu Affenpocken
Schwarz auf Weiß: Bei einem Patienten wurde das Affenpocken-Virus nachgewiesen - darauf folgt eine Isolation. © IMAGO / Christian Ohde

Isolation wegen Pusteln nach Affenpocken-Infektion: Laut RKI verschwindet Symptom auch ohne Behandlung

Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit sei der Infizierte erst dann nicht mehr ansteckend, wenn die Pusteln verkrustet und somit verheilt sind. Dazu passt, dass die Länge der Isolierung vom Auftreten der Symptome abhängen soll. Laut RKI halten diese äußerlich sichtbaren Symptome „in der Regel zwischen zwei und vier Wochen an und verschwinden ohne Behandlung von selbst“.

Übertragungen von Mensch zu Mensch sind bei engem Kontakt möglich, auch durch Tröpfchen kann das Virus weitergegeben werden. Vom RKI wird daher empfohlen, dass Betroffene in einem Mehr-Personen-Haushalt, „solange sie den Ausschlag haben, möglichst in einem Zimmer bleiben, idealerweise mit Zugang zu einem eigenen Badezimmer“.

Es sollten eigenes Bettzeug und separate Haushaltsgegenstände genutzt werden. Denn das Affenpockenvirus könne sogar monatelang auf Oberflächen oder Stoffen überleben. Das alles zeigt: Auch wenn die Experten davon ausgehen, dass keine ähnliche Infektionswelle wie beim Coronavirus entstehen wird, ist Vorsicht allemal geboten. (mg)

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