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„Bringt mich vor Gericht, ich habe keine Angst“: Shelby Lynn packt weiter über Rammstein aus

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Shelby Lynn hat Anwaltspost bekommen. Trotzdem legt die Irin nach und erhebt weitere Vorwürfe gegen Till Lindemann. Sie schildert das Treffen.

München – Mit 15 Jahren hörte sie den Song „Pussy“ und wurde zum Fan, sagt Shelby Lynn. Doch seit die 24-Jährige die Vorwürfe gegen Rammstein öffentlich gemacht hat, ist für sie nichts mehr wie zuvor. Die Irin bekommt wütende Nachrichten, Morddrohungen und Post von Anwälten. Doch sie will sich nicht abschrecken lassen und schildert neue Details zu ihrem Treffen mit Till Lindemann.

„Sie haben eine Menge zu verbergen“: Shelby Lynn erneuert Vorwürfe gegen Rammstein – trotz Brief von Anwalt

Der NDR und die Süddeutsche Zeitung haben Lynn in ihrem Zuhause besucht. Dort berichtet sie, sie habe bereits eine Unterlassungsaufforderung erhalten, bevor ihre Presseerklärung veröffentlicht wurde. Doch das sei ihr egal. „Bringt mich vor Gericht. Ich habe keine Angst. Sie haben viel zu verlieren und eine Menge zu verbergen. Ich habe nichts zu verbergen“, sagte Lynn über die Rocker und ihr Vorgehen.

Lindemann hatte einen Anwalt eingeschaltet, der ankündigte, strikt vorzugehen. „Die Vorwürfe sind ausnahmslos unwahr. Wir werden wegen sämtlicher Anschuldigungen dieser Art umgehend rechtliche Schritte gegen die einzelnen Personen einleiten“, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Band selbst betonte schon zuvor, ein Recht darauf zu haben, nicht vorverurteilt zu werden. Eine Rechtsanwältin belächelt das Rammstein-Statement. „Dem Mann ist presserechtlich nicht mehr zu helfen“, sagt sie.

Immer mehr Frauen erheben Vorwürfe gegen Rammstein – Shelby Lynn setzt sich für sie ein

Seit die 24-Jährige ihren öffentlichen Vorstoß gewagt hat, erheben immer mehr Frauen ähnliche Vorwürfe. Oft suchen sie angeblich das Gespräch mit Lynn. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so eine Erschöpfung gespürt: Die ganze Zeit nur am Telefon, die Geschichten der Mädchen teilen, Informationen sammeln und so weiter. Ich konnte nicht zulassen, dass das noch einmal passiert! Es ging nicht mehr um mich“, sagte sie NDR und SZ.

Was passierte beim Rammstein-Konzert in Litauen? Lynn schildert neue Details

Und so berichtet Lynn noch einmal detailliert, was am 22. Mai beim Konzert in Vilnius (Litauen) passiert sein soll. Im Internet habe sie erfahren, dass es Partys rund um die Konzerte gibt. Sie habe nur eine Frau anschreiben müssen und schon war sie dabei. Lynn dachte, das wäre eine Afterparty mit Fans, sagt sie. „Und vielleicht würde ein Bandmitglied auftauchen, vielleicht auch nicht.“

Aber es kam anders. Noch vor Konzertbeginn soll sie zu einer sogenannten Pre-Party eingeladen worden sein. Dort habe ihr jemand Alkohol angeboten.

„Ich will das nicht“: Lynn sagt angeblich direkt Nein zu Till Lindemann – der soll sie angeschrien haben

In einer Konzertpause sei sie dann unter die Bühne gebracht worden, berichtet Lynn weiter. Plötzlich sei sie in einem winzigen, komplett schwarzen Raum gestanden. Dort wäre ihr sofort klar geworden: „Oh nein, das ist falsch. Das ist schlecht. Das ist auf jeden Fall eine Sex-Sache!“ Eine Zeugin bestätigt NDR und SZ, sie habe gesehen, wie Lynn weggeführt wurde.

Till Lindemann: Seit Shelby Lynn erste Vorwürfe gegen den Rammstein-Frontsänger öffentlich gemacht hat, melden sich immer mehr Frauen mit ähnlichen Schilderungen.
Till Lindemann: Seit Shelby Lynn erste Vorwürfe gegen den Rammstein-Frontsänger öffentlich gemacht hat, melden sich immer mehr Frauen mit ähnlichen Schilderungen. © Christoph Soeder/dpa/picture alliance

Dann kam angeblich Till Lindemann in den kleinen, dunklen Raum. „Und ich habe sofort zu ihm gesagt: ‚Till, wenn du hier bist, um Sex zu haben, dann ist das deine Sache. Ich will das nicht‘“, führt Lynn im Interview aus. Der Rammstein-Frontmann soll wütend geworden sein. „Er hat mich angeschrien und ist durch den Vorhang rausgestürmt. Ich warte eine Minute, dass er geht, öffne den Vorhang und er ist immer noch da. Und er schreit mich an: ‚Nein, du wartest! Du wartest da drin!‘“

Seit der Pre-Party „wie vernebelt“: Lynn will, dass Rammstein keine Partys mehr veranstalten darf

Das sei das Letzte, woran sie sich an diesem Abend erinnere, sagt Lynn. Seit der Pre-Party sei sie „wie vernebelt“ gewesen. Später, im Hotel, habe sie dann große Blutergüsse an ihrem Körper entdeckt. Jetzt will Lynn weiter dafür kämpfen, dass Pre- und Aftershow-Partys bei Rammstein-Konzerten nicht mehr stattfinden. Sie sagt: „Ich fürchte nichts. Es bricht mir das Herz, für jede Frau, die zum Opfer geworden ist und Schlimmeres erlebt hat.“ Bei den Konzerten in München gab es schon keine Row Zero mehr. (moe)

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