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Baden-Württemberg: Restaurant sperrt russische Gäste aus - mit schlimmen Folgen

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Von: Anna Lehmer

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Stühle und Tische stehen in einer Bäckerei und spiegeln sich in den nassen Bodenplatten vor dem Fenster.
Ein Restaurant in Baden-Württemberg sorgt derzeit für Entsetzen im Netz. Der Betreiber erklärte kurzerhand russische Gäste für „unerwünscht“. © picture alliance/dpa | Jonas Walzberg

Null Sterne für ein Restaurant in Baden-Württemberg: Der Betreiber erklärte kurzerhand russische Gäste für „unerwünscht“ und erntet heftige Kritik.

Bietigheim/Bissingen - Der Ukraine-Konflikt* bereitet vielen Menschen sorgen, weltweit wird deshalb für den Frieden und gegen den Angriff protestiert. Ein Restaurant in Bietigheim (Kreis Rastatt) ergriff nun drastischere Maßnahmen, die allerdings auf starke Ablehnung trafen. Mit fatalen Folgen für die Betreiber!

Restaurant in Baden-Württemberg sorgt mit Zutrittsverbot für Russen für Aufsehen

Wie t-online und bw24.de berichten, schrieb das Restaurant auf der Homepage, dass man Menschen mit russischem Pass als „unerwünscht“ ansehe. Weiter sei zu lesen gewesen, dass der „‚normale‘ russische Staatsbürger keine Schuld am kriminellen Handeln der russischen Regierung“ trägt. Es sei aber die Zeit gekommen, ein Zeichen zu setzen. Das Zutrittsverbot für russische Staatsbürger würde als ein Beitrag verstanden, „damit unsere Kinder in einem friedlichen Europa leben können“.

Statement nach Shitstorm: Restaurant reagiert auf Vorwürfe

Scharfe Worte, die auf noch schärfere Kritik stießen. In den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook reagierten die Menschen mit Entsetzen auf diese Aktion. „Pfui, wer bei Ihnen noch einkehrt, sollte sich schämen“ und „No-Go. Man kann das Regime und seine Unterstützer hassen, aber doch nicht pauschal alle Russen“ hieß es aufseiten der User. Das Restaurant reagierte auf die heftige Ablehnung und nahm den Beitrag von der Homepage. Der Betreiber des Lokals schrieb auf Facebook und der Homepage später, es sei ein Fehler gewesen, die Kritik am russischen Präsidenten wegen des Überfalls auf die Ukraine an der Nationalität festzumachen.

Betreiber sorgt sich um Sicherheit seiner Familie und Mitarbeiter

„An alle Unterstützer und Versteher von Putin: Das ist keine Politik, das ist Mord! Wer dieses Statement nun als falsch oder gar ehrverletzend für Putin empfindet, dem steht es frei, [...] die Freundschaft zu kündigen und fortan fernzubleiben. Es war ein Fehler, die Kritik an Putin an der Nationalität festzumachen. Niemals wollte ich jemanden wegen seiner Nationalität beleidigen. Allerdings rechtfertigt das nicht, meine Familie und Mitarbeiter zu bedrohen“, so das Statement.

Aufruf zum Protest: Polizei überwacht Restaurant

Die Entschuldigung des Betreibers reichte für viele Internet-User nicht aus, es wurde zum Protest gegen das Lokal aufgerufen. Bis auf Weiteres werde deshalb das Lokal überwacht, sagte am Montag ein Sprecher der Polizei. Man wolle sicherstellen, dass es zu keinen Straftaten komme. Bereits am Sonntag sei man bis zur Schließung des Lokals präsent gewesen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Andernorts in Baden-Württemberg herrscht bessere Stimmung. Die Narren springen wieder in großer Zahl durch Rottweil. (ale) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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