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Feuer-Drama in Pflegeheim: Ermittlungen wegen dreifachen Mordes – Bewohnerin unter Verdacht

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Von: Fabian Müller

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Feuerwehrleute stehen bei einem Brand in einem Reutlinger Pflegeheim neben Tragen für Verletzte.
Feuerwehrleute stehen bei einem Brand in einem Reutlinger Pflegeheim neben Tragen für Verletzte. © Kohls/SDMG/dpa

In einem Pflegeheim in Reutlingen sind drei Menschen bei einem Brand ums Leben gekommen. Die Vernehmung einer Tatverdächtigen verzögert sich.

Update vom 19. Januar, 16.55 Uhr: Drei Menschen sind am Dienstag bei einem Brand in einem Pflegeheim ums Leben gekommen. Nach dem Feuer-Drama sollen ihre Leichen bis Freitag obduziert werden. Dabei werde die Rechtsmedizin klären, ob es sich bei der jeweiligen Todesursache tatsächlich um Rauchgasvergiftung handele, wie von den Rettungskräften vermutet worden sei, sagte eine Sprecherin der Polizei Reutlingen.

Eine 57-jährige Bewohnerin, die selbst bei dem Brand schwer verletzt wurde, könnte das Feuer gelegt haben. In ihrem Zimmer ist das Feuer nach ersten Erkenntnissen ausgebrochen. Das teilte die Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die Frau gilt als dringend tatverdächtig und wird derzeit in einer Spezialklinik behandelt.

Bei dem Brand waren am Dienstagabend eine 53-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 73 und 88 Jahren ums Leben gekommen. Der Notruf hatte die Feuerwehr um 19.43 Uhr erreicht, sechs Minuten später trafen die ersten Löschwagen am Ort des Brandes ein. Doch das Feuer war nach Angaben der Rettungskräfte zunächst von so „hoher Intensität“, dass Hilfe für die drei Opfer zu spät kam.

Das Feuer war in einer von insgesamt vier Wohngruppen des Heims ausgebrochen. Dort leben jeweils sieben bis acht psychisch kranke Menschen zusammen. Nach Angaben des ärztlichen Leiters handelt es sich um eine Einrichtung der Eingliederungshilfe für Menschen, die über 50 Jahre sind. Sie leben längerfristig dort, sind aber vergleichsweise selbstständig.

Der folgenschwere Brand hatte viele Menschen in Reutlingen betroffen gemacht. Auch die Feuerwehrleute waren schockiert, manche der Rettungskräfte wurden anschließend psychologisch betreut.

Brandursache weiter unklar: Verdächtige Heimbewohnerin weiter nicht vernehmungsfähig

Update vom 19. Januar, 10.30 Uhr: Nach dem tödlichen Brand in einem Reutlinger Pflegeheim wird weiter nach der Brandursache gesucht. Verdächtigt wird eine Bewohnerin. Sie liegt schwer verletzt in einer Klinik. Ihre Vernehmung verzögert sich daher: „Das wird sicher noch einige Tage dauern“, sagte ein Sprecher der Polizei in Reutlingen am Donnerstag der dpa. „Die Frau ist aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht vernehmungsfähig.“

Die 57 Jahre alte Bewohnerin der sozialpsychiatrischen Einrichtung steht nach dem Feuer am Dienstagabend im Fokus der Ermittlungen. Sie wird nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei verdächtigt, weil der Brand ersten Untersuchungen zufolge in ihrem Zimmer ausgebrochen war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb gegen die Frau wegen Verdachts des dreifachen Mordes und elffachen Mordversuchs. Die Verdächtige sei psychisch krank, ein mögliches Motiv sei noch völlig unklar.

Brand in Pflegeheim in Reutlingen.
Nach der Brandkatastrophe in einem Pflegeheim in Reutlingen ist die Ursache für das Feuer noch unklar. © Christoph Schmidt/dpa

Feuer-Drama in Pflegeheim: Ermittlungen wegen dreifachen Mordes

Update vom 18. Januar, 15.13 Uhr: Die Tübinger Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem tödlichen Feuer in einem sozialpsychiatrischen Pflegeheim in Reutlingen wegen dreifachen Mordes und elffachen Mordversuchs. Im Fokus der Ermittlungen steht eine 57 Jahre alte Bewohnerin, die bei dem Brand schwer verletzt wurde. Das teilte die Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Die Frau stehe unter dringendem Verdacht, das Feuer am Dienstagabend gelegt zu haben.

Das mögliche Tatmotiv der an einer psychischen Erkrankung leidenden Frau seien noch Gegenstand der Ermittlungen. Auch die Brandermittlungen und Spurensicherung dauerten noch an. Die 57-jährige Tatverdächtige ist, laut Polizei, derzeit noch nicht ansprechbar und wird in einer Spezialklinik behandelt.  

Feuer-Drama in Pflegeheim: Drei Tote in Baden-Württemberg – Polizei sucht nach Ursache

Update vom 18. Januar, 9.39 Uhr: Bei einem Feuer in einer Pflegeeinrichtung in Reutlingen sind drei Bewohner um Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sind eine 53-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 73 und 88 Jahren durch eine Rauchgasvergiftung gestorben.

Bei dem Unglück am Dienstagabend wurden zwölf weitere Menschen verletzt, eine davon schwer. Das teilte die Polizei in der Nacht auf Mittwoch mit. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich 37 Bewohner und fünf Pflegekräfte in dem Gebäude, so die Polizei. Um 19.43 Uhr sei der Alarm über die automatische Brandmeldeanlage bei der integrierten Leitstelle der Feuerwehr und des Rettungsdienstes eingegangen.

Die Ursache für die Brandkatastrophe ist noch unklar. Brandermittler der Polizei wollen am Mittwochvormittag nach weiteren Hinweisen am Brandort suchen. Eine Lagebesprechung sei für Mittwochvormittag angesetzt.

Feuer-Drama in Pflegeheim: Drei Tote in Baden-Württemberg - Details auf Pressekonferenz veröffentlicht

Update vom 18. Januar: Nach dem Brand mit drei Toten in einem Pflegeheim für psychisch kranke Menschen in Reutlingen läuft die Suche nach der Ursache. Die Klärung werde sich über die nächsten Tage und Woche hinziehen, sagte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz am späten Dienstagabend in der baden-württembergischen Stadt.

Der Brand war in einem Wohnbereich im ersten Obergeschoss ausgebrochen und blieb laut dem Einsatzleiter der Feuerwehr, Martin Reicherter, auf ein Patientenzimmer begrenzt. „Es war eine enorme psychische Belastung auch für die Trupps, die da drin waren“, sagte er. „Wir haben unsere psychologische Nachsorge alarmiert.“

Nach Polizeiangaben vom frühen Mittwochmorgen handelt es sich bei den drei Toten um eine 53-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 73 und 88 Jahren. Sie kamen nach ersten Erkenntnissen der Rettungskräfte durch Rauchgasvergiftungen ums Leben. Nach früheren Angaben des leitenden Notarztes befanden sich während der Rettung noch zwei weitere Menschen in Lebensgefahr. Das bestätigte sich später aber nicht. Vor Ort hatte sich die Lage einem Polizeisprecher zufolge noch dramatisch dargestellt. Im Krankenhaus habe es dann vorsichtige Entwarnung gegeben, sagte er am frühen Mittwochmorgen.

Von den beiden Menschen, die inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr schweben, gilt eine 57-jährige Frau weiterhin als schwer verletzt. Das andere Opfer erlitt den neuen Angaben zufolge leichte Verletzungen. Zehn weitere Menschen seien ebenfalls leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Frühere Angaben des Rettungsdiensts zur Zahl und Schwere der Verletzungen wurden damit nachträglich korrigiert.

Verheerendes Feuer in Pflegeheim: Drei Tote in BaWü - „tragisches Unglück“

Ursprungsmeldung vom 17. Januar: Reutlingen - Bei einem Brand in einer Pflegeeinrichtung in Reutlingen im Bundesland Baden-Württemberg sind am Dienstagabend drei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zehn Menschen seien durch das Feuer in der sozialpsychiatrischen Einrichtung verletzt worden, mindestens zwei von ihnen schwer, sagte eine Polizeisprecherin. Am späten Dienstagabend lief der Einsatz noch, das Feuer befand sich nach Behördenangaben aber unter Kontrolle.

Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck sagte am Abend bei einer Pressekonferenz am Unglücksort: „Es ist ein schwarzer Abend für Reutlingen.“ Der Geschäftsführer der Einrichtung, Gerhard Längle, sagte: „Es ist schlichtweg eine Katastrophe.“

Verheerendes Feuer in Reutlinger Pflegeheim: „Enorme psychische Belastung“

Das Feuer brach nach Angaben des Einsatzleiters der Feuerwehr in einem Wohnbereich im 1. Obergeschoss aus. Der Brand sei auf ein Patientenzimmer begrenzt gewesen. „Es war eine enorme psychische Belastung auch für die Trupps, die da drin waren. Wir haben unsere psychologische Nachsorge alarmiert“, sagte Martin Reicherter.

Laut der Bild-Zeitung wurden Feuerwehr und Rettungsdienst gegen 19.45 Uhr zu einem Großeinsatz gerufen. Laut einer Polizeisprecherin handelt es sich bei der Einrichtung um mehrere Apartments, in denen die Bewohner in Wohngruppen zusammenleben. „Es gibt zahlreiche Leicht- und Schwerverletzte. Leider müssen wir nach jetzigem Stand auch von mehreren Toten ausgehen.“ Die Polizeisprecherin weiter: „Es ist ein sehr tragisches Unglück.“

Ein rußgeschwärztes Fenster (oben) ist bei einem Brand am Gebäude einer Pflegeeinrichtung zu sehen.
Ein rußgeschwärztes Fenster (oben) ist bei einem Brand am Gebäude einer Pflegeeinrichtung zu sehen. © tv7news.de/dpa

Verheerendes Feuer in Reutlinger Pflegeheim: Ursache für Brand noch unklar

Laut dem Schwäbischen Tagblatt ist die Ursache des Feuers noch völlig unklar. Der Brandort wurde weiträumig abgesperrt. Dem Reutlinger General-Anzeiger bestätigte eine Polizeisprecherin, dass das Feuer in einem Gebäude der Wohngruppe ausgebrochen sei.

Der Feuerwehreinsatz laufe noch, der Brand sei aber gelöscht, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa am Dienstagabend. Die Brandursache werde aber noch ermittelt. „Da stehen wir noch am Anfang“, sagte der Sprecher. Am Abend war die Feuerwehr mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.

Helfer und Feuerwehrleute stehen mit ihren Einsatzfahrzeugen bei einem Brand. Bei dem Feuer in einer Pflegeeinrichtung sind am Dienstagabend mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das sagte ein Polizeisprecher. Es gibt zudem mehrere Verletzte.
Helfer und Feuerwehrleute stehen mit ihren Einsatzfahrzeugen bei einem Brand. Bei dem Feuer in einer Pflegeeinrichtung sind am Dienstagabend mehrere Menschen ums Leben gekommen. © dpa/tv7news.de

Die Polizei hatte zunächst mitgeteilt, Feuerwehr und Rettungskräfte seien mit einem Großaufgebot vor Ort und es gebe mehrere Verletzte. In dem sozialpsychiatrischen Fachpflegeheim leben Menschen mit psychischen Erkrankungen und gleichzeitigem pflegerischen Bedarf. In der Beschreibung des Heimbetreibers auf seiner Internetseite heißt es, es gebe 38 Bewohner und Bewohnerinnen in Gruppen zu je acht Personen, die in sechs Einzelappartements leben. (fmü mit dpa)

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