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„Sexistisch“: Stuttgarter Grüne kritisieren Nacktbilder auf dem Cannstatter Wasen - Schausteller reagieren

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Von: Sina Alonso Garcia

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Sexismus-Vorwürfe Cannstatter Wasen
Sollen, wenn es nach den Grünen geht, in Zukunft Geschichte sein: Abbildungen von Freizügigkeit bei Schaustellern auf dem Cannstatter Wasen. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Den Stuttgarter Grünen gehen einige Abbildungen auf dem Cannstatter Wasen zu weit. Auf den Vorwurf von Sexismus und Diskriminierung haben nun manche Schausteller reagiert und entsprechende Motive überdeckt.

Stuttgart - Viele der Buden auf dem Cannstatter Wasen sind mit bunten Bildern bemalt. Darunter finden sich auch Motive mit leicht bekleideten Frauen, anrüchigen Szenen oder Indianern. Was für Wasen-Besucher in diesem Umfeld bisher Normalität war, geht den Grünen in Stuttgart eindeutig zu weit. Bereits im Rahmen des Stuttgarter Frühlingsfests im Mai kochte eine Debatte hoch, bei der die Grünen die Abbildungen als „sexistisch“ kritisierten. Zum Start des Volksfests auf dem Cannstatter Wasen schauen die Schausteller nun selbst nochmal genau hin, wie BW24 berichtet.

Laut Berichten der Bild trafen sich der Schaustellerverband Südwest Stuttgart und die Grünen-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat schon vor einigen Monaten, um darüber zu entscheiden, welche Motive in Ordnung sind und welche nicht. „Sexistische Darstellungen von Frauen und diskriminierende Motive von Minderheiten sollten nicht in der Öffentlichkeit zu sehen sein“, sagt Grünen-Stadträtin Gabriele Nuber-Schöllhammer gegenüber Bild. „Vor allem, wo Kinder und Jugendliche unterwegs sind.“

Cannstatter Wasen: Schausteller-Verband reagiert auf Kritik gelassen - „können damit leben“

Die Sexismus-Debatte macht einige Buden-Besitzer fassungslos. „In Pforzheim und Friedrichshafen stört das keinen - nur in Stuttgart“, schimpft Angelo Eichel von der „Gaudi Alm“. Angesichts der Debatte hat er jetzt vor, sein Geschäft umlackieren zu lassen. „Das kostet rund 10.000 Euro. Wenn mir das die Grünen zahlen, wäre das einfacher.“ Auch Sabine Ernst, der die Bude „1001 Nacht“ gehört, hat auf die Kritik der Grünen reagiert und lässt etwa das Bild einer freizügigen Tänzerin von einem Folien-Experten überkleben.

Während die einen die Forderung der Grünen nicht nachvollziehen können, reagieren die anderen entspannt. „Das ist der Zeitgeist“, sagt Schaustellerverbands-Chef Mark Roschmann. „Wir können damit leben und haben die Kritik umgesetzt.“

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