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Trigema-Boss Grupp über Geld: Er leistet sich 400 Hektar Wald - und „Hubschrauber nicht zum Angeben“

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Von: Nadja Pohr

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In einem Interview spricht Trigema-Chef Wolfgang Grupp über das Thema Geld. Er erzählt unter anderem, wofür er es ausgibt und warum er nur mit Bargeld zahlt.

Burladingen - Ein bekanntes Sprichwort besagt: Über Geld spricht man nicht. Doch Wolfgang Grupp, Chef des erfolgreichen Textilunternehmens Trigema in Baden-Württemberg, machte in einem Interview genau das. Er sprach 2021 sogar sehr offen über das Thema Geld und erklärte, warum für ihn unter anderem nur die beste Qualität infrage kommt.

Für Wolfgang Grupp ist Geld eine Basis, die ihm „eine gewisse Unabhängigkeit“ bringe, aber auch eine Menge Verantwortung, sagt er gegenüber dem Focus, wie BW24 zusammenfasst. „Je mehr Geld ich habe, desto höher sind meine Verpflichtungen.“ Dies würde sich besonders in Bezug auf seine Verantwortung als Unternehmer gegenüber seinen Mitarbeitern widerspiegeln.

„Geld allein kann nicht glücklich machen“, meint er. Die Wertschätzung anderer sei ihm deshalb wichtiger, betont der Trigema-Chef im Interview.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp kauft nur Top-Qualität und lehnt „sinnlosen Luxus“ ab

Ob man jemanden schätzt, mache sich laut Grupp auch in der Kleidung bemerkbar. „Wer eine Jogginghose trägt, schätzt sein Gegenüber nicht wert“, sagte er bereits in einem anderen Interview. Sein Geld gebe er daher nur für Sachen aus, die Top-Qualität haben - wie etwa seine Anzüge. „Diese sind maßgeschneidert und halten dementsprechend auch lange“, sagt er.

„Alles, was ich brauche, habe ich in optimaler Qualität. Das ist auch bei meinem Haus so“, erklärt er. Dieses müsse auch repräsentativ sein. „Bei mir gilt: Einmal richtig - und nicht nur halb und ständig nachbessern müssen“, so Grupp. In seiner Freizeit gibt der Unternehmer sein Geld für die eigene Jagd und seinen 400 Hektar großen Wald aus. Seiner Meinung nach seien das jedoch Wertgegenstände.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp bei den Bodensee Business Forums vor seinem Hubschrauber
Wolfgang Grupp lehnt „sinnlosen Luxus“ ab. Seinen Hubschrauber hat er sich nicht zum Angeben gekauft. © Felix Kästle/dpa

„Sinnlosen Luxus“ lehne der Trigema-Chef hingegen ab: „Ich bin ja auch schwäbisch veranlagt.“ Was er für wichtig und gut halte, leiste er sich normalerweise. Als Beispiel hierfür nennt er seinen Hubschrauber. „Den habe ich nicht zum Angeben gekauft, sondern um konstant unsere Testgeschäfte besuchen und damit kontrollieren zu können. Müsste ich dies mit dem Auto machen, wäre es schwierig und ich würde es wahrscheinlich nicht konstant machen. Ich muss es aber tun, damit ich es sofort feststelle, wenn etwas falsch läuft!“

Er nutze den Hubschrauber im Jahr für etwa 160 bis 200 Flugstunden oder umgerechnet 50.000 Kilometer. Für längere Strecken etwa nach Hamburg. Oder auch für kürzere etwa nach München. „Wir landen auf einer Wiese, ich nehme den Termin wahr und danach geht’s gleich wieder zurück.“

„Ein Wolfgang Grupp zahlt alles bar“: Trigema-Boss verzichtet weitgehend auf Kreditkarte

Von Aktien oder Sparbuch hält Wolfgang Grupp wenig. Sein Geld lässt er von zwei befreundeten Bänkern verwalten, wie er erzählt. Auch die Kreditkarte kommt bei ihm fast nie zum Einsatz: „Ein Wolfgang Grupp zahlt alles bar.“ Dadurch müsse er im Nachhinein weniger kontrollieren, meint er.

Auf Sparsamkeit achtet der Unternehmer ebenfalls: „Wir werfen kein Stück Brot weg, weil es etwa hart ist.“ Seine Kinder habe er dennoch damals so erzogen, wie auch er erzogen wurde - sehr großzügig. „Wenn sie gesagt haben: Wir brauchen wieder Tausend Pfund, habe ich das Geld überwiesen.“ Sparen will der Sohn Wolfgang Grupp Junior aktuell nur am Personal: Der Trigema-Juniorchef plant „Polohemd-Automaten“ als Ersatz für Näherinnen.

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