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Fall der toten Ayleen (14): Neue Details zum mutmaßlichen Täter – „Er hatte zwei Gesichter“

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Von: Julia Schöneseiffen

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Vermisste 14-Jährige aus Baden-Württemberg ist tot, Menschen nehmen Anteil mit Blumen, Kerzen und Botschaften vor dem Rathaus in Gottenheim.
Die 14-jährige Ayleen wurde mehrere Tage vermisst, bevor sie tot aufgefunden wurde. In ihrem Heimatort Gottenheim legten Menschen Blumen nieder. © Philipp von Ditfurth/dpa

Die zunächst vermisste 14-jährige Ayleen wurde Ende Juli tot aufgefunden. Ein Tatverdächtiger wurde bereits festgenommen. Nun gibt es neue Details.

Freiburg – Mehrere Tage nach der Festnahme des Tatverdächtigen im Fall Ayleen gibt es neue Details zu dem mutmaßlichen Täter.

Die 14-jährige Ayleen war seit dem Abend des 21. Juli vermisst worden. Das Mädchen hatte gegen 18 Uhr ihr Elternhaus in Gottenheim verlassen und war seitdem verschwunden. Die Polizei hatte mit Hochdruck nach der Jugendlichen gesucht. Doch die Suche mit Hunden und Polizeihubschrauber blieb erfolglos. Mithilfe von Handyortung und technischer Überwachung fanden die Ermittler schließlich am Freitag (29. Juli) die Leiche des 14-jährigen Mädchens im Teufelsee im hessischen Wetteraukreis.

Fall der toten Ayleen (14): Mutmaßlicher Täter in Untersuchungshaft

Drei Tage nach dem Fund der Leiche der 14-jährigen Ayleen nahmen die Ermittler einen 29-Jährigen in Frankfurt fest. Gegen den Mann bestehe der dringende Verdacht des Mordes aus Verdeckungsabsicht, teilten die Ermittler am Montag (1. August) vor Journalisten in Freiburg mit. Sie werfen dem Mann zudem die Entziehung einer Minderjährigen sowie sexuelle Nötigung vor. Der Tatverdächtige sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft.

Der Mann soll das Mädchen in seinem Auto von Gottenheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg rund 300 Kilometer in den Wetteraukreis in Hessen gefahren haben. In der Nacht zum 22. Juli sollen sich beide dort länger an einem See aufgehalten haben.

Fall Ayleen: Tatverdächtiger ist bereits zuvor straffällig gewesen

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft ist der Tatverdächtige polizeibekannt. Er habe im Alter von 14 Jahren ein elfjähriges Mädchen von hinten angegriffen. Im Jahr 2007 wurde er verurteilt und zehn Jahre in einer Psychiatrie untergebracht. 2017 wurde der Tatverdächtige aus dem Maßregelvollzug entlassen und für fünf Jahre unter Führungsaufsicht gestellt.

Bereits im Frühjahr soll der 29-Jährige eine Schülerin belästigt haben. Zu diesem Zeitpunkt war die Führungsaufsicht des Mannes bereits ausgelaufen.

Fall der toten Ayleen: Mutmaßlicher Täter soll schwierige Kindheit gehabt haben

Gegenüber der Bild sollen Anwohner erzählt haben, dass sich die Mutter des Tatverdächtigen nicht um die „verwahrlost wirkenden Geschwister“ gekümmert habe. Gewalt und Alkohol sollen in der Familie eine Rolle gespielt haben, heißt es in dem Bericht weiter. Als Sechsjähriger soll der nun mutmaßliche Täter in einer Pflegefamilie untergebracht worden sein.

Eine frühere Freundin des 29-Jährigen erklärte der Bild: „Er hatte zwei Gesichter: Er war freundlich und hilfsbereit, aber wenn man nicht aufgepasst hat, hat er Brötchen beim Bäcker geklaut.“

Mutmaßlicher Täter soll wochenlang in Kontakt mit Ayleen gestanden haben

Vor der mutmaßlichen Tat soll der Verdächtige über Wochen in Kontakt mit der 14-jährigen Ayleen gestanden haben. Nach Angaben der Polizei sollen sich das Mädchen und der 29-Jährige über das Internet kennengelernt haben. Die Ermittler müssen nun den Angaben nach riesige Mengen an Datenmaterial zu Kommunikation in sozialen Medien und einem Online-Spiel auswerten.

Wie die 14-Jährige ums Leben kam, ist nach Auskunft der Ermittler weiterhin unklar. Dass der Leichnam mehrere Tage im Wasser lag, erschwere die Arbeit der Rechtsmediziner, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg, Dieter Inhofer. Eine erste Obduktion habe keine genauen Erkenntnisse hierzu erbracht. (jsch/dpa)

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