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Vor letztem Wochenende: Streit um Frühlingsfest eskaliert - Oberbürgermeister schwer in der Kritik

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Von: Patrick Mayer

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Umstritten: Bilder halbnackter Frauen auf Buden des Stuttgarter Frühlingsfestes.
Polarisierend: Bilder halbnackter Frauen auf Buden des Stuttgarter Frühlingsfestes. © Bernd Weißbrod/dpa

Der Streit um umstrittene Frauen-Bilder der Schausteller auf dem Stuttgarter Frühlingsfest geht in die nächste Runde. Oberbürgermeister Nopper gerät unter Druck.

München/Stuttgart - Vor dem letzten Wochenende des Stuttgarter Frühlingsfestes 2022 reißen die teils hitzigen Diskussionen um die umstrittenen Abbildungen halbnackter Frauen auf Schausteller-Buden nicht ab. Die Stuttgarter Grünen kritisierten im Gemeinderat unter anderem die Darstellung „nackter Frauen und orientalisierter Frauen“.

Stuttgarter Frühlingsfest: Bilder halbnackter Frauen sorgen für Zoff

Von Sexismus war die Rede, und von angeblicher Diskriminierung, weil auf Buden auch klischeehafte Szenen aus dem arabischen Raum zu sehen sind. Mittlerweile hat sich Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper (CDU) in die Debatte eingeschaltet - und prompt harsche Kritik für einzelne Aussagen kassiert.

In einer Stellungnahme Noppers heißt es, er rate „zur Gelassenheit, zu Maß und Mitte sowie zur Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist“. Ferner ist der Rathauschef der baden-württembergischen Landeshauptstadt der Meinung: „Der Gemeinderat sollte keine Zensurbehörde, kein Hoher Rat der Tugend- und Sittenwächter, der Inquisitoren und Diskriminierungsfahnder werden.“ Nopper verteidigte die kritisierten Schausteller. Sie befinden sich nach seiner Ansicht „nach zwei Jahren der Pandemie in einem wirtschaftlichen Überlebenskampf und müssen ihre Kräfte auf existenzielle Themen konzentrieren“.

Im Video: Stuttgart - Frühlingsfest „Light“ zieht Massen nach Bad Cannstatt

Die Aussagen Noppers riefen anschließend massive Kritik der Grünen in Stuttgart nach sich. Sie forderten, dass die Gleichstellungsstelle der Stadt eine Fortbildungskampagne zum Thema Sexismus machen solle.

Den Grünen gehe es dabei nicht um Zensur, bekräftige die Fraktion der Partei im Gemeinderat, sondern „schlicht darum, ob diese Darstellungen noch mit dem Grundverständnis einer diskriminierungsfreien Werbung in Einklang zu bringen sind“.

Stuttgarter Frühlingsfest: Bilder lasziver Frauen auf Schausteller-Buden sorgen für Kritik

Der Hintergrund des Zoffs: Etliche Stände und Buden zeigen auf dem Stuttgarter Frühlingsfest knapp bekleidete Frauen in lasziver Pose, teils mit blanker Brust. So wird zum Beispiel über dem Stand „Märchen aus 1001 Nacht“ eine mutmaßlich arabische Bauchtänzerin gezeigt, deren Brüste nicht bedeckt sind.

Umstritten: eine Dosenwurfbude auf dem Stuttgarter Frühlingsfest.
Umstritten: eine Dosenwurfbude auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Auf den Bildern sind Frauen in lasziver Pose zu sehen. © Bernd Weißbrod/dpa

Stuttgarter Frühlingsfest: Schausteller wollen einen Kompromiss mit den Grünen

Die Grünen hatten gefordert, sämtliche „sexistischen und diskriminierenden“ Abbildungen auf dem Volksfest zu entfernen. Der Schaustellerverband will nach eigenen Angaben jetzt einen Kompromiss statt Verbote. Der Verband selbst habe ein Treffen mit den Stuttgarter Grünen vorgeschlagen, teilte der Vorsitzende Mark Roschmann mit. Ob es mittlerweile zu einem Kompromiss kam, und falls ja, wie dieser aussieht, wurde bislang nicht kommuniziert. Klar ist nur: Das Thema polarisiert rund um das Stuttgarter Frühlingsfest gewaltig. (pm)

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