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Fan-Hilfe und späte Tore: Stuttgart ringt Augsburg nieder

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VfB Stuttgart - FC Augsburg
Stuttgarts Tiago Tomas (r) jubelt nach seinem Tor zum 3:2 Enstand mit Stuttgarts Omar Marmoush (l). © Tom Weller/dpa

Der VfB Stuttgart gewinnt ein intensives Kellerduell mit dem FC Augsburg und verlässt vorerst die Abstiegszone. Die Kulisse hilft laut Coach Matarazzo entscheidend. Die Wende gelingt aber erst spät.

Stuttgart - Oben auf den Rängen feierten die Fans, unten auf dem Rasen die Spieler. Unterstützt von seiner größten Heim-Kulisse seit mehr als zwei Jahren hat der VfB Stuttgart die nächste Aufholjagd geschafft und die Abstiegszone der Fußball-Bundesliga erstmals seit dem 18. Spieltag wieder verlassen. Die Schwaben besiegten den FC Augsburg in einem intensiven Kellerduell vor 55.785 Zuschauern am Samstag nach 1:2-Pausenrückstand noch mit 3:2 und rückten in der Tabelle dadurch auf Platz 14 vor.

„Es war sehr emotional“, sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo, dessen Team schon gegen Borussia Mönchengladbach (3:2) und bei Union Berlin (1:1) zuletzt jeweils nach Rückständen gepunktet hatte. „Die Fans sind unfassbar unterstützend und in meinen Augen auch ein Faktor, dass wir das Spiel drehen konnten.“ Besonders in der zweiten Hälfte habe man aber auch wieder gemerkt, „dass die Mannschaft lebt“.

Der Stuttgarter Sieg war hart erarbeitet, aber hochverdient. André Hahn (6. Minute) und Michael Gregoritsch (45.+1) trafen für den FCA, der vor der Pause extrem effizient, danach aber viel zu passiv agierte. Waldemar Anton (44.) erzielte das zwischenzeitliche 1:1 der Gastgeber. In der Schlussphase drehten Omar Marmoush (79.) und Tiago Tomás (85.) mit ihren Toren die Partie noch zugunsten des VfB. Dieser hat aus den vergangenen drei Spielen nun sieben Punkte geholt. Davor waren es gerade mal zwei Zähler in neun Partien gewesen.

Die Niederlage sei „sehr bitter“, sagte Augsburgs Mittelfeldspieler Daniel Caligiuri bei Sky. „Das Spiel so aus der Hand zu geben, ist eine Katastrophe.“ Seine Mannschaft hätte „nach den Führungen zu wenig Fußball gespielt und zu wenig Entlastung bekommen“, monierte FCA-Coach Markus Weinzierl nach der unglücklichen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Augsburg hat als 15. genau wie der VfB und Hertha BSC auf dem Relegationsrang 16 nun 26 Punkte, aber noch ein Spiel mehr zu absolvieren als seine direkten Konkurrenten.

Die Stuttgarter, die vor dem Anpfiff ihren zum Monatsende scheidenden Vorstandschef Thomas Hitzlsperger verabschiedeten, begannen stürmisch - und gerieten durch die erste Augsburger Chance prompt in Rückstand. Nach einer Flanke von Iago hämmerte Hahn den Ball per Direktabnahme vom rechten Fünfmeterraumeck links unten ins Gehäuse. Der VfB schien den Dämpfer aber gut zu verkraften und blieb das dominierende Team.

Kurz vor der Pause belohnte er sich - ehe er direkt wieder den nächsten Rückschlag kassierte. Zunächst köpfte Stuttgarts Abwehrchef Anton nach einem Freistoß von Borna Sosa von links aus wenigen Metern zum Ausgleich ein. Keine zwei Minuten später brachte Gregoritsch mit seinem fünften Rückrunden-Tor den FCA erneut in Führung.

Auch im zweiten Durchgang trieben die VfB-Fans, die nur dank einer Sondergenehmigung in dieser Vielzahl ins Stadion durften, ihr Team lautstark nach vorne. Die Augsburger agierten weiter sehr defensiv, gerieten zunächst jedoch nicht mehr groß in Bedrängnis - bis eine weitere Standardsituation die Stuttgarter Wende einleitete. Marmoush zirkelte einen Freistoß von der Strafraumgrenze sehenswert in den linken Winkel und eröffnete so eine wilde Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten. Eine davon köpfte Augsburgs Hahn an die Latte (82.), eine andere nutzte Tiago Tomás zum 3:2 für den VfB. dpa

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