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Land erfährt von Lauterbachs Zurückrudern über Twitter

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Karl Lauterbach (SPD)
Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit. © Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Baden-Württembergs Gesundheitsministerium hat verstimmt auf die geänderte Isolationsregel des Bundes reagiert. „Wir nehmen die kurzfristige Volte des Bundesgesundheitsministers, von der wir via Talkshow und Twitter erfahren haben, zur Kenntnis“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage. Erst am Montag hätten Bund und Länder einen einstimmigen Grundsatzbeschluss über das weitere Vorgehen bei Quarantäne und Absonderung ab dem 1.

Stuttgart - Mai getroffen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach müsse nun für die Gesundheitsministerkonferenz am Montag kommender Woche einen praktikablen Vorschlag vorlegen. Dieser müsse vor allem die Erkenntnisse der Gesundheitsämter und Fachleute berücksichtigen, sagte die Sprecherin. Sie forderte eine „faktenbasierte, geordnete Debatte“.

Geplant war eigentlich, dass Corona-Infizierte und Kontaktpersonen ab 1. Mai in der Regel nur noch freiwillig und für kürzere Zeit in Isolierung oder Quarantäne müssen. Lauterbach hatte dies am Dienstagabend aber als falsch bezeichnet. „Die Beendigung der Anordnung der Isolation nach Corona-Infektion durch die Gesundheitsämter zugunsten von Freiwilligkeit wäre falsch und wird nicht kommen“, schrieb der SPD-Politiker am Mittwoch auf Twitter. Eine Änderung entlaste zwar die Gesundheitsämter, das Signal sei aber „falsch und schädlich“.

Es ist ein weiteres Kapitel im Hin und Her um die Isolation: Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte Lauterbach vor kurzem aufgefordert, Ende April den Wechsel von der pandemischen in die endemische Phase einzuläuten. Das Coronavirus würde dann wie das Grippevirus eingestuft, es gäbe kaum Tests und keine vorgeschriebene Quarantäne mehr. Nach einem Rüffel durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) war er zurückgerudert. Wegen des Vorgangs will die Opposition am Donnerstag im Landtag auch über die Entlassung Luchas abstimmen lassen. Nach der Einigung der Gesundheitsminister auf den 1. Mai, ist es nun eine weitere Kursänderung. dpa

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