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Zettelchaos gegen Falschparker auf Radweg: Stadt Stuttgart verteilt Infozettel statt Bußgelder

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Von: Nadja Pohr

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Radfahrerin fährt neben Autos auf der Straße
Statt Bußgelder für die Verkehrssünder auszusprechen, verteilt die Stadt Stuttgart Infozettel, auf denen auf den Radweg hingewiesen wird. © Fotomontage BW24/dpa/Robert Michael/Screenshot Twitter/Zweirat Stuttgart

Ein neuer Pop-up-Radweg in Stuttgart sorgt für Streit, da er von Falschparkern zugestellt ist. Die Stadt reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme.

Stuttgart - Der Verkehr in Stuttgart hat es oft in sich. Wer sich den Ärger auf den Straßen sparen will, fährt daher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Rad. Doch auch letzteres kostet in der Landeshauptstadt einige Nerven. Immer wieder werden Radwege durch parkende Autos oder Baustellen blockiert. So werden Fußgänger und Radfahrer beispielsweise auch gerne mal durch eine hohe Wiese geschickt.

Verschiedene Radorganisationen oder wütende Stuttgarter kämpfen daher seit Jahren gegen Falschparker in der Schwaben-Metropole. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub zeigte sich jüngst auch verärgert darüber, dass ein Pop-up-Radweg in Stuttgart-Kaltental plötzlich als Parkplatz verwendet wird. Mutmaßlich wurde sogar das Verkehrsschild, das darauf hinweist, von jemandem umgesteckt und war somit nicht mehr sichtbar, wie BW24 berichtet. Auf Twitter wird darüber heftig diskutiert.

Große Wut über zugestellten Pop-up-Radweg in Stuttgart - Stadt und Polizei unternehmen wenig

Auf Twitter zeigen sich die Radfahrer verärgert und fordert die Stadt und die Polizei in Stuttgart zum Handeln auf. Beide Seiten unternehmen aus Sicht der Community zu wenig. Denn die Polizeistreife, die nach Kaltental fuhr, steckte lediglich das Verkehrsschild wieder an seinen richtigen Platz - die Falschparker wurden nicht verwarnt. „Leider ist Stuttgart ein Ort, an dem der vom OB herbeigesehnte Verkehrsfrieden in besonders weiter Ferne liegt“, schreibt ein Twitter-Nutzer dazu.

Die Reaktion der Stadt empört die Radler jedoch noch mehr: Statt Bußgelder für die Verkehrssünder auszusprechen, werden Infozettel verteilt, auf denen auf den Radweg hingewiesen wird. „Wie machtlos kann sich eine Stadt präsentieren?“, fragt sich ein User. „Dieses ständige ‚Du, du, du, wäre voll lieb, wenn …‘ bringt leider nichts“, ärgert sich ein weiterer. „Falls ihr unter der Telefonnummer jemanden von der Stadt Stuttgart ans Telefon bekommt, berichtet doch bitte. Wir erreichen niemanden“, merkt die Organisation „Zweirat Stuttgart“ an.

Fahrrad-Gruppe startet Offensive und verwarnt Falschparker ebenfalls mit Zetteln

Da alle Beschwerden der Radfahrer die Situation in Kaltental nicht verbesserte, startete die Fahrrad-Gruppe „Zweirat Stuttgart“ selbst eine Offensive und verteilte ebenfalls Zettel an die Falschparker. „Wir haben gestern auch dieses Ding mit den Zetteln versucht. Es funktioniert wirklich nicht, Stadt Stuttgart, die Falschparker bleiben wie von Geisterhand auf dem Radweg stehen“, schreiben sie dazu auf Twitter.

Das Thema Falschparker auf Rad- und Gehwegen bleibt weiterhin offen. Und ein Blick in die sozialen Medien, zeigt, dass sich die Probleme und Beschwerden in nächster Zeit auch wohl nicht lösen werden. Zahlreiche Stuttgarter beschweren sich täglich über neue Vorfälle. Wie und was die Stadt dagegen unternimmt, wird immer wieder infrage gestellt. Einen offiziellen „Schandfleck“ gibt es hier ja bereits: Der Flughafentunnel in Stuttgart wurde von Radlern für einen Negativpreis nominiert.

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