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Wolfgang Grupp macht seine Nachfolge an der Trigema-Spitze von der Partnerwahl seiner Kinder abhängig

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp (zweiter von rechts) mit seinem Sohn Wolfgang Junior, seiner Frau Elisabeth und seiner Tochter Bonita (von links nach rechts).
Noch ist nicht abschließend geklärt, wer von ihnen einmal in Papa Grupps Fußstapfen tritt - Wolfgang Grupp Junior (32, links) oder seine Schwester Bonita (30, rechts). © Sebastian Gollnow/dpa

Beide Kinder von Trigema-Chef Wolfgang Grupp haben im Unternehmen einen festen Platz. Die Firma übernehmen kann allerdings nur eines von ihnen.

Burladingen - Wolfgang Junior oder Bonita? Es bleibt spannend im Hause Grupp. Wer von den Kindern einmal die Nachfolge des Vaters antritt, ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Eines steht fest: Nur einer der beiden kann Geschäftsführer werden. Noch liegt der Firmenvorsitz bei ihrem 80-jährigen Vater Wolfgang Grupp, der als eingetragener Kaufmann mit seinem gesamten Vermögen für Trigema haftet. Wer in seine Fußstapfen tritt, erbt eine riesige Verantwortung - und dennoch wären beide Kinder dazu bereit, wie BW24 berichtet.

„Ich bin hier, um hier zu bleiben“, sagt Wolfgang Grupp Junior im Gespräch mit Zeit Online. Der 32-Jährige verantwortet bei Trigema die Geschäftskunden und IT-Projekte. Derzeit plant er einen „Polohemd-Automaten“ als Ersatz für Näherinnen. Doch auch seine Schwester Bonita (30) trägt bereits viel Verantwortung: Sie leitet die Bereiche Online-Handel und Personal und plant, die Firma in Richtung Digitalisierung zu modernisieren. „Das wäre auch mein Weg in die Geschäftsleitung“, sagt sie. Schon jetzt hat sie den Online-Shop ausgebaut, einen Video-Content-Creator sowie eine Fotografin eingestellt und einen Podcast-Raum eingerichtet. Die Nachfolge ihres Vaters würde auch sie nach eigenen Angaben „nicht ausschlagen“.

Wolfgang Grupp: „Wenn eines der Kinder im Ausland heiratet, scheidet es natürlich aus“

Obwohl beide Kinder Elite-Internate besucht haben und damit bestens ausgebildet sein dürften, haben sie einen Heidenrespekt vor der zukünftigen Rolle des Geschäftsführers. „Wir wissen, dass es riesige Fußstapfen sind, die wir wohl nie werden ausfüllen können“, sagt Bonita. „Wir dürfen so viel von unserem Vater lernen, er hat diese brutale Disziplin, diese Geradlinigkeit“, ergänzt Wolfgang Junior.

Noch lässt sich der Vater offen, wer von den Kindern einmal seine Rolle übernimmt. „Beide Kinder können die Firma führen“, sagt er. Wer es am Ende mache, hänge von der Partnerwahl ab. Würden Wolfgang Junior oder Bonita einen „besoffenen Partner“ anschleppen, seien sie raus. „Auch wenn eines der beiden Kinder ins Ausland heiratet, dann scheidet es natürlich aus.“

Trigema-Nachfolge: Wer die Firma nicht erbt, erbt „die Steiermark“

Damit es gerecht zugeht, wird - ganz egal, wer am Ende die Firma erbt - auch das zweite Kind nicht leer ausgehen. So besitzt Grupps Frau Elisabeth, eine Baronesse aus Österreich, Zuhause Ländereien von 3.000 Hektar Fläche. Der Verlierer im Duell um Trigema wird einmal „die Steiermark“ erben, wie die Grupps zu sagen pflegen. Sobald der Vater seinen Posten abtritt, wird er gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth entscheiden, wer die Firma übernimmt. Im Falle seines Todes entscheidet alleine seine Frau über Trigema.

Dass Wolfgang Junior oder Bonita einmal seine Nachfolge antreten, steht für Firmenpatriarch Wolfang Grupp außer Frage. „Es ist doch natürlich, dass die Kinder übernehmen! Alles andere wäre verrückt!“, sagt er „Sofern meine Kinder das Erbe nicht antreten wollten, hätten wir sicher versagt, denn die Eltern sind das erste Vorbild für die Kinder“, äußerte er sich einst im Gespräch mit Focus.

Wolfgang Grupp: „Wenn meine Kinder einmal an meinem Grabe stehen...“

Auch, wenn Grupp auf den ersten Blick vielleicht rigoros wirken mag: Wenn es um die Kinder geht, stimmt er milde Töne an, die so gar nicht nach Leistungsdruck klingen. In einem Gedankenspiel erklärt er: Wenn seine Kinder einmal an seinem Grabe stehen und sagen würden: Papa, du hast uns nichts zugetraut, du hast Testamentsvollstrecker und Geschäftsführer geholt - und die haben uns alle niedergemacht. „Dann würde ich mich erheben und sagen: Was für ein Rabenvater war ich!“ Würden die Kinder am Grab aber sagen: Papa, du hast uns alles zugetraut, leider haben wir alles niedergemacht. „Dann würde ich mich erheben und sagen: Stolz bin ich, dass ihr es wart, meine Kinder!“

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