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Trigema-Chef Wolfgang Grupp erwägt, Maschinen in der Firma zeitweise abzustellen

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp
Trigema-Geschäftsführer Wolfgang Grupp kann sich vorstellen, die Arbeitszeiten im Unternehmen umzustellen. © Sebastian Gollnow/dpa

Die hohen Gaspreise machen Unternehmer Wolfgang Grupp aktuell schwer zu schaffen. Um Energie zu sparen, erwägt der Trigema-Chef, die Arbeitszeiten in der Firma umzustellen.

Burladingen - Bereits seit Monaten klagt Trigema-Chef Wolfgang Grupp über steigende Energiepreise. Während seine Firma im Jahr 2020 noch rund 100.000 Euro pro Monat für Gas zahlte, lagen die Kosten für dieselbe Menge in diesem Sommer bei rund einer Million Euro. Laut Grupp könne die Firma aufgrund von Rücklagen „vielleicht noch ein paar Jahre durchhalten“. Dennoch mache er sich große Sorgen um Trigema. Neben der alternativen Energiegewinnung erwägt der Firmenpatriarch jetzt, die Arbeitszeiten anzupassen, wie BW24 zusammenfasst.

„Wir haben 700 Näherinnen, wir haben Stricker und Wirker, die sehr viel Strom brauchen“, erklärt Grupp im Gespräch mit dem SWR. „Deshalb können wir diese Probleme so schnell nicht lösen. Aber wir sind dran und sind zuversichtlich, dass wir durch Umstellungen und andere Arbeitszeiten - indem wir zum Beispiel die Maschinen über Nacht oder über das Wochenende abstellen - doch einiges einsparen können.“

Wolfgang Grupp: Trigema-Chef will Einsatz fossiler Brennstoffe in seiner Firma reduzieren

Für die Färbung der Trigema-Stoffe wird Dampf benötigt, der bisher über Gasturbinen kommt. Als absehbar war, dass Gas in Deutschland immer teurer werden würde, kam die Firma schnell ins Handeln. So hat man schon vor einigen Monaten eine Fachfirma mit der Erstellung eines langfristigen Energiekonzepts beauftragt. Gutachter sollen im Rahmen des Energiekonzepts feststellen, wie Trigema den Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren und in Zukunft mehr erneuerbare Energien nutzen kann.

Bevor das Unternehmen auf erneuerbare Energien zurückgreifen kann, wird Trigema zeitweise die Produktion auf Öl umstellen. Ein Gas-Öl-Kessel, der wohl in einigen Monaten geliefert und montiert werden kann, wurde bereits bestellt. Laut Wolfgang Grupp Junior (31) sei es aber lediglich „eine Notfalllösung“, auf die man nicht stolz sei. Über die Gasproblematik hat auch Grupp Senior kürzlich im Exklusiv-Interview mit BW24 gesprochen. In diesem erklärte er, dass die Firma bereits 1986 von Öl auf Gas umgestellt habe, was von der Regierung anschließend sogar subventioniert wurde. 

Wolfgang Grupp beruhigt Mitarbeiter: Trotz Krise keine Entlassungen geplant

„Heute werde ich dafür bestraft, dass ich den Gesamtbetrieb auf Gas umgestellt habe“, so der Trigema-Chef. „Ich verstehe nicht, dass man 20 Jahre mit Herrn Putin bestens befreundet ist, sich 100 Prozent abhängig macht und innerhalb von zwei Monaten ist man Todfeind.“ Wie Grupp schon zu Kriegsbeginn mitteilte, befürwortet er Gasimporte aus Russland und spricht sich immer wieder gegen Sanktionen aus. Obwohl die Maschinen bei Trigema womöglich zeitweise abgestellt werden, kann Grupp seine Mitarbeiter beruhigen: Entlassungen sind trotz der Energiekrise keine geplant.

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