Keuchhustenfälle nehmen überall in Baden-Württemberg drastisch zu

Husten und Schnupfen gehören zu einer Erkältung dazu. Doch bei diesen Symptomen ist derzeit besondere Vorsicht geboten, denn der Keuchhusten (Pertussis) ist dem Vormarsch.
Ostalbkreis/Kreis Heidenheim – Viele Arztpraxen sind derzeit überlaufen. Kinder und Jugendliche suchen Hilfe, wenn sie nach anfänglich leichten Erkältungssymptomen von trockenem, krampfartigem Husten geplagt werden, der oftmals mit Würgereiz einhergeht.
Höchste Zahl an Neuinfektionen seit zehn Jahren
Die Anzahl an Neuinfektionen ist derzeit so hoch, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Vor allem betroffen sind Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren. Allein im Landkreis Heidenheim und im Ostalbkreis wurden in diesem Jahr 276 Fälle registriert. Im vergangenen Jahr lag die Zahl noch bei 35 Fällen. In ganz Baden-Württemberg liegt die Zahl der Keuchhusten-Infektionen mittlerweile bei 6798 (Vorjahr 799 Fälle).
Hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion verbreitet wird
Bei Keuchhusten handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die durch Bakterien ausgelöst wird. Übertragen wird der Keuchhusten durch Tröpfcheninfektion. Winzige Partikel, die beim Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, werden in der Luft verbreitet und können so von anderen eingeatmet werden.
Besonders gefährlich ist die Krankheit für Kleinkinder, da diese den entstehenden Schleim nicht eigenständig abhusten können. Atemaussetzer können die Folge sein.
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Betroffen sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) derzeit vor allen Dingen Teenager. Grund für die rasante Ausbreitung des Erregers könnten nach Angaben der Behörden fehlende Auffrischungsimpfungen sein. Aber auch die Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie spielen wohl eine Rolle, da die Menschen in dieser Zeit weniger Kontakt zu anderen und damit auch zum Keuchhusten-Erreger gehabt haben.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt für Babys eine Grundimmunisierung. Kinder und Jugendliche sollten eine Auffrischungsimpfung erhalten und auch Erwachsene sollten sich nochmals immunisieren lassen.