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Parkgebühren in „Kiss and Fly“-Zone am Stuttgarter Flughafen sorgen für Schlägerei

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Von: Nadja Pohr

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Kiss and Fly Zone am Flughafen Stuttgart
Lediglich acht Minuten darf man kostenlos vor den Terminals am Stuttgarter Flughafen parken. Wer länger braucht, muss tiefer in die Tasche greifen. © IMAGO/Panthermedia

Wer am Flughafen Stuttgart längere Zeit in der „Kiss and Fly“-Zone steht, muss tief in die Tasche greifen. Ein Autofahrer griff deshalb einen Parklotsen an.

Stuttgart - Das Parken ist in vielen Städten und Landkreisen in Baden-Württemberg, aber auch in ganz Deutschland teilweise ein teures Unterfangen. In Freiburg kostet das Parken seit dem 1. April zwölfmal so viel wie zuvor, was bei den Bürgern für mächtig Ärger sorgte.

Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart wurden die Preise erhöht - insbesondere am Flughafen Stuttgart. In der Vergangenheit kam es im Vorfahrtsbereich auf der Abflugebene bei den Terminals 1 und 3 immer wieder zu Verkehrseinschränkungen, weil die Autos sich dort lange aufhielten. Seit Anfang des Jahres haben lange Verabschiedungen am Flughafen nun einen hohen Preis - sehr zum Ärger der Autofahrer.

Schlägerei wegen hoher Parkgebühren am Stuttgarter Flughafen

Seit Monaten sorgen die Preise in der sogenannten „Kiss and Fly“-Zone am Flughafen Stuttgart für Diskussionen. Lediglich acht Minuten darf man kostenlos vor den Terminals parken. Bei Zeitüberschreitung steigt der Preis für die Parkenden stark an. Ein Autofahrer ist nun beim Blick auf den Parkpreis sogar so sauer geworden, dass er einen Parklotsen vor Ort angriff, wie BW24 berichtet. Satte 20 Euro sollte er für das Abstellen seines Autos bezahlen.

So viel kostet das Parken in der „Kiss and Fly“-Zone:

bis 8 Minutenkostenfrei
8 bis 10 Minuten5 Euro
10 bis 15 Minuten10 Euro
15 bis 20 Minuten20 Euro
20 bis 30 Minuten30 Euro
länger als 30 Minuten90 Euro

Der 48-jährige Autofahrer habe sich laut der Polizei stark über den geforderten Betrag aufgeregt und sich beim Parklotsen beschwert. Während des Streitgesprächs erhöhte sich die Parkgebühr aufgrund der fortschreitenden Zeit nochmals auf 30 Euro. Das brachte das Fass beim 48-Jährigen zum Überlaufen und er ging auf den Parklotsen los. Ein weiterer eilte diesem zu Hilfe. Bei der Auseinandersetzung verletzten sich die Kontrahenten leicht.

Auf deutschen Parkplätzen entfachte schon so mancher Streit

Dass Menschen auf Parkplätzen Rot sehen und ihrer Wut freien Lauf lassen, ist keine Seltenheit. In Massachusetts (USA) hat der Fahrer eines Mercedes-Benz dreist zwei Parkplätze an einem Supermarkt blockiert. Frustrierte Kunden rächten sich daraufhin an dem Mercedes-Fahrer. Regelmäßig beschweren sich unter anderem auch Kunden über E-Autos, die Ladesäulen blockieren und Strom schnorren.

Das Verhalten des Autofahrers am Stuttgarter Flughafen können einige User in den sozialen Medien allerdings nicht nachvollziehen und halten die Reaktion für übertrieben. „Als ob der Parklotse für die „Kiss and Fly“-Tarife verantwortlich ist“, kommentiert eine Nutzerin auf Twitter den Angriff. „Selber schuld, der Depp. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“, schreibt ein anderer auf Facebook. Die Situation an den Flughäfen im Land ist ohnehin ausgereizt: Airlines streichen zahlreiche Flüge, weil Personal fehlt. In Stuttgart hält man aber noch dagegen.

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